Gasometerausbau in klein – ziemlich massiv

Auf Umwegen erreicht uns aus London ein Bild von einem dortigen Bauprojekt, wo wesentlich kleinere Gasspeicher ausgebaut werden.

“Gasometer” in London - King´s Cross

Zum Vergleich: „Unser“ Gasometer ist etwa vier Mal so hoch wie die drei recht massiven Rundbauten auf dem Bild. Durch viele Beiträge geistert übrigens immer die Ansicht, der Gasometer würde mit „Glas ausgebaut“. Das ist Unfug. Der Ausbau erfolgt mit einer ganz normalen Beton/Stahl Konstruktion. Allenfalls die Fassadenelemente oder Fenster bestehen aus Glas. Der Ausbau selbst ist aber massiv. Da darf man sich von den künstlich von innen heraus beleuchteten Modellen des Projektentwicklers nicht täuschen lassen.

Frist für Einwände ist der 25.03.2008!

Wir von der BI möchten noch einmal alle eindringlich darauf hinweisen, dass die Einsendung von Anregungen und Einwänden zum Bebauungsplan Gasometer (B-Plan 7-29) nur noch bis zum Dienstag nach Ostern, dem 25.03.2008 möglich ist!

Maßgebend ist der Eingang im Rathaus. Die schriftlichen Einwände können dort beim Pförtner gegen Quittung abgegeben werden, müssen aber innerhalb der Frist eingehen!

Wir halten die überstürzte Auslegung der Planunterlagen ohne rechtzeitige Ankündigung in der Tagespresse, die Auslegungsfrist über die Osterferien hinweg und auch die falsche Kennzeichnung der Unterlagen für einen gravierenden Formfehler des Bezirksamts und werden dies auch geltend machen.

Als Beispiel für denkbare Einwendungen zitiere ich hier aus einer Email an uns, die sich knapp aber genau mit denkbaren Anregungen befasst:

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Abendschau berichtet über Anwohnerfrust am Gasometer

Am 17.03.2008 berichtet die Berliner Abendschau über die Bedenken der Anwohner des Gasometer-Geländes. Die Höhe des Gasometers, der zur Zeit noch freie Blick vom Cheruskerpark über die Flachbauten am westlichen Ende des Geländes zur Ebersstraße werden eindrucksvoll dokumentiert. Kommentar des zuständigen Bezirksstadtrates Krömer in der Sendung:

  1. Das Projekt ist eine Zierde für den Bezirk Schöneberg.
  2. Eine Verschattung von Wohnhäusern tritt nur für einzelne Häuser an wenigen Tagen des Jahres für wenige Stunden ein.

Da hat sich jemand gut informiert und eine fundierte Meinung.

Gasometer dynamisch – eine kluge Idee

Eine gute Idee kam per Email an uns. Ich gebe das hier einfach wieder:

Kürzlich habe ich mit Freunden, die in der Cheruskerstr. wohnen, über das Gasometerprojekt gesprochen. Aufgefallen ist mir bei dem Rückgriff auf den Denkmalschutz und der damit verbundenen Festlegung der Neubauhöhe auf die maximale Höhe des Druckbehälters im bestehenden Stahlgerüst, dass historisch betrachtet, die Funktionshöhe des Druckbehälters je nach Gasverbrauch im Tages-und Nachtzyklus unterschiedliche Höhenpegel verursachte. Damit wurden unterschiedliche Volumenansichten erzeugt, mit differenzierten Durchblicksituationen für den Betrachter.

Nimmt man diese variable Funktion des Druckbehälters als Maßstab zur Bemessung für eine Durchschnittshöhe, so würde man im Ergebnis, denke ich,zunächst rein theoretisch unter der jetzt angestrebten Maximalhöhe liegen und würde damit einen interessanten und glaubwürdigeren Bezug zu einer,sich vormals in Bewegung befindlichen Vesorgungseinrichtung ( heute Industriedenkmal ) herstellen.

100% konsequent wäre dann ein hydraulisch betriebener flacherer Baukörper, der sich in der Höhe z.B. nach Sonnenständen nach oben oder nach unten verändert (investorenfeindlich).

Eine hervorragende Idee, finde ich. Wir Anwohner und Schöneberger lieben den Gasometer als Industriedenkmal. Er bekommt seine Gestalt durch die filigrane Gitterstruktur, die wegen ihrer enormen Ausmaße weithin sichtbar ist. Alte Schöneberger wissen, dass der Gasometer immer höchstens bis zum 4. Ring nach oben gefahren war im Betrieb. Und das war selten genug. Der Gasometer war also in seinem historischen Zustand (den der Denkmalschutz erhalten müsste) eigentlich immer zu maximal 2/3 hochgefahren und das auch nur über kurze Phasen.

Ein massiver Klotz, wie das der Investor jetzt plant und auf seinen inhaltlich falschen Modellen auch des historischen Gasometers darstellt, war der Gasometer auch zu seinen aktiven Zeiten vor mehr als 20 Jahren nicht.

Was die SPD Schöneberg wirklich mit dem Gasag-Gelände vorhat

… erschließt sich sehr anschaulich aus einer Presseerklärung der SPD Schöneberg, die hier erhältlich ist. In der recht aufschlussreichen Begründung eines BVV-Antrags heißt es dort:

Das ehemalige GASAG-Gelände liegt mitten im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Es ist für alle Verkehrsarten erschlossen. Mit seinem Entwicklungspotenzial kann es der Motor für eine Gebietsdynamik der angrenzenden Schöneberger Insel / Linse ein. Die dafür notwendigen Klärungen sollten auch unter Beachtung der besonderen Interessenslage des Bezirks möglichst frühzeitig gemeinsam mit dem Investor geklärt werden, um optimale Planungssicherheiten zu schaffen.

Das bedeutet: Wir haben da ein recht interessantes Grundstück in Schöneberg, für das wir aber weder einen Plan, noch eine Idee haben. Daher sind wir als SPD Schöneberg bereit, mit jedem dahergelaufenen Investor ein wenig zu kungeln, damit der Investor uns diese politische Verantwortung möglichst weitgehend abnimmt. Im Gegenzug verschaffen wir dem Investor dann das notwendige Baurecht ganz nach Wunsch. Und die Klärungen werden geklärt.

Angesichts der besonders starken Bodenbelastung (Altlasten) der Flächen u.a. in der sog. Nordspitze) ist eine durchgreifende Sanierung und nicht nur die Sicherung der Fläche geboten. Dies erfordert einen erheblichen finanziellen Aufwand, der womöglich nicht voll von der GASAG getragen wird, sondern den Einsatz zusätzlicher Mittel voraussetzt. Ein nur gesichertes Gelände mit einem öffentlichen Sport- und Spielplatz führt allerdings zu unübersehbaren Risiken für die Benutzer. Daher ist neben einer Prüfung der Finanzierungsmöglichkeiten zur Bodensanierung auch eine Verlagerung der öffentlichen Freiflächen zu prüfen.

Das heißt: Wir wissen, dass die Nordspitze des Gasag-Geländes ganz heftig mit Altlasten verseucht ist. Deswegen darf dort auch keine Buddelkiste eingerichtet werden. Wir wissen auch, dass es nicht ausreichend ist, vergifteten Boden mit Plastikfolie abzudecken, wie dies auf der Nordspitze des GASAG-Geländes geschehen ist. Die Gasag als Eigentümerin möchten wir bezüglich der nachhaltigen Sanierung dieser Umwelt-Altlasten aber lieber nicht in Anspruch nehmen. Das wäre uns zu kompliziert und konfliktträchtig. Lieber machen wir das selber. Wir haben aber kein Geld. Daher setzen wir uns dafür ein, dass die dort eigentlich geplanten Grünflächen verlagert werden. Der Investor kann dann dort auch besser Betonfundamente errichten.

Der Grundsatz einer zielstrebigen Schaffung der Planungssicherheit ist auch im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der S 21 zu beachten, wonach spätere Nutzungseinschränkungen auszuschließen sind.

Das heißt: Wir wissen, dass auf der östlichen Seite des GASAG-Geländes eine eine seit Jahrzehnten stillgelegte S-Bahntrasse verlief, welche aber immer noch in den Planungsunterlagen auftaucht. Es ist uns egal, dass der Bezirk diese S-Bahntrasse vor wenigen Jahren mit einem sehr schönen und durch die Bewohner des Viertels sehr stark genutzten Park belegt hat, der immerhin 600.000 EUR gekostet hat. Das ist uns egal, weil es nicht unser Geld war. Das Geld haben wir aus einer Tiefbaumaßnahme übrig gehabt. Es ist uns klar, dass diese S-Bahntrasse jedenfalls in den nächsten 15 Jahren nicht gebaut wird, weil die S-Bahn da keinerlei aktuelle Planung hat. Trotzdem fordern wir mal eben, dass die S-Bahntrasse planungsrechtlich gesichert wird und nehmen in Kauf, dass der Park dann geschlossen werden kann, wenn die S-Bahn wieder bauen will. Das ist uns egal, weil wir ja ohnehin keinen Plan haben und Platz für einen anderen Park in der Nähe auch nicht.