Nützliche Aktivitäten im Bereich „Schöneberger Linse“

Wie zuletzt die Morgenpost meldet, kommt die dringend notwendige Entwicklung des Gebiets zwischen Bahnhof Südkreuz und S-Bahnhof Schönebert („Schöneberger Linse“) ins Rollen. Eine Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer (unter anderem Bahn, Vattenfall, BSR) will sich jetzt offenbar daran machen, die zur Zeit mit wenig attraktiven Nutzungen (ein Recyclinghof direkt gegenüber von einem überregionalen Bahnhof – ist das sinnvoll?) belegten Grundstücke einer attraktiveren Bebauung zuzuführen.

Ähnliches hatte ich vor einiger Zeit bereits im Gasometertraum angedacht. Vielleicht greift die „IG Schöneberger Linse“ ja auch die Anregung auf, eine Art gemeinsames Brainstorming zum Thema zu veranstalten. Eine Veranstaltung dieser Art könnte und würde die BI Gasometer sicherlich gern organisieren.

Webmaster’s Leid am Montag

Heute ist Montag und ich musste heute schon zwei Kommentare zu Beiträgen auf dieser Webseite zurückweisen, die sich nicht mit blauen Pillen oder zweifelhaften Gewinnchancen befassen. Kommentare sind so eine Sache. Doch wenn sie gehäuft so gallig auftreten wie heute, gebieten Vernunft, Schamgefühl und manchmal auch einfach Langeweile es, die einfache Regel „return to sender“ zu aktivieren. Was die Dämonen der Nacht gebaren, muss das schöne Sonnenlicht nicht sehen. So zum Beispiel dieses Ding:

Hallo, diesen Kommentar

Dumm nur ihre Montage es mit der Realität des Planungsentwurfs rein gar nichts zu tun hat. Was sie hier verbreiten ist nicht anderes als ein populistischer extremer Manipulationsversuch! So was ist eine unglaubliche Frechheit, bleiben sie doch einfach bei den Tatsachen.

kann ich leider nicht freischalten, weil dies nach Ausdrucksweise und Inhalt nicht dem Stil unseres Informationsangebotes entspricht. Tatsache ist, dass die Höhenentwicklung des städtebaulichen Entwurfs Ihres mutmaßlichen Arbeitgebers sich recht unharmonisch in die Traufhöhen der umliegenden Wohnbebauung einfügt. Und mein Eindruck ist außerdem, dass Sie auf rätselhafte Weise etwas überengagiert formulieren.

Ich wollte noch schreiben: „Hätten Sie den Text unter der Grafik gelesen, würden Sie nicht von Tatsachen faseln“ – aber auch ich bin montags etwas reizbarer und halte mich da lieber zurück.

Kinder sehen den Gasometer und die rote Insel

Es ist faszinierend: Kindermund tut Wahrheit kund. Einige Kinder aus der Umgebung haben auf Kinderstraße sehr genau und emotional beschrieben, warum es ihnen im Cheruskerpark, der Cheruskerstraße und auf den vier Spielplätzen der unmittelbaren Umgebung so gut gefällt. Kein Wunder: Es gibt in unmittelbarer Umgebung und Sichtweite des Gasometers nicht nur vier Spielplätze, sondern gefühlte 15 Kinderläden und mehr als 200 Kinder. Am besten beschreibt das

Fabian (10 Jahre):

Meine Straße ist eine schöne, ruhige Nebenstraße. Die Straße heißt Cheruskerstraße und ich wohne in Nr. 33. Sie wurde nach einem Volk benannt. Die Gasag ist direkt neben meinem Haus. Es gibt viele Bäume und eine sehr große Wiese, direkt an der Gasag (Gasturm). Außerdem gibt es einen sehr schönen, besonders großen Park, er nennt sich Cheruskerpark. Die Straßen sind sauber und gepflegt. Sie hat auch viele Besonderheiten, zum Beispiel vier Spielplätze, einen Kiosk, einen Park und den Gasturm. Aktuelle Besonderheiten gibt es nicht. Man wohnt in schönen, ruhigen Altbauten. Ich wohne gerne hier.

Potsdamer Platz am Gasometer

Unsere „‚Grafikabteilung“ in der Cheruskerstraße hat wieder zugeschlagen: Zur Vorbereitung der Veranstaltung am Donnerstag, dem 12.06.02008 hat Heike eine Grafik erstellt, aus der die Baumassen der gegenwärtigen Planung sehr gut erkennbar sind und auch, wie der Gasometer dadurch verschandelt, „verzwergt“ und verunstaltet würde:

Gasometer und Baumassen

Die Grafik montiert ein reales Foto vom Dach eines Hauses (Cherusker/Rossbachstraße, etwa 20 Meter Höhe) gegen ebenso reale Ansichten der Bauten des Potsdamer Platzes. Die mit Verlaub Übelkeit erregende Füllung des Gasometers wurde aus einem Foto der Modelle des Projektentwicklers Müller extrahiert. Weitere Ansichten des Gasometers immer aktuell auf www.gasometer-schoeneberg.de . Wer will das, wer braucht das?

Keine Rückmeldungen – wie es weiter geht

Aus einer Anfrage per Email – eine Frage, die derzeit viele Anwohner beschäftigt:

Liebe Bürgerinitiative,

vor ein paar Monaten habe ich auch von der Möglichkeit der
Mitgestaltung zum Bebauungsplan Gebrauch gemacht und meine
Anregungen und Einwände per Brief an das Bezirksamt
innerhalb der Frist geschickt.

Bislang habe ich aber leider trotz konstruktiver Argumentation
keine Rückmeldung bekommen.

Leider gibt es keinerlei offizielle Rückmeldung zu den Einwänden und Anregungen im Verfahren der vorgezogenen Bürgerbeteiligung außer dem gesammelten „Abwägungsergebnis“. Dieses wird in den nächsten zwei Wochen durch das vom Bezirksamt beauftragte Planungsbüro fertig gestellt und danach über die Bezirksverordnetenversammlung wieder in die Beratung gegeben.

Können Sie mir einen Tipp geben, an wen ich mich im
Bezirksamt wenden kann, um eine Rückmeldung bzw. eine
schriftliche Stellungnahme zu bekommen? Gibt es im
Bezirksamt eine zuständige Person, die ich ggf. auch
telefonisch erreichen kann?

Individuelle Anfragen zu Einwendungen werden nicht beantwortet. Sie können sich über den weiteren Ablauf auf unserer Veranstaltung morgen abend informieren. Richtig spannend wird es erst, wenn die „richtige“ Bürgerbeteiligung im Herbst beginnt.

Zementwerk auf dem Gasometergelände

Beinahe bei jeder Gelegenheit äußert der amtierende Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg Bernd Krömer (CDU), die Anwohner des Gasometers sollten doch froh sein, wenn dort ein Kerngebiet mit Hochhäusern entsteht. Denn ansonsten würde dort ganz schnell ein Investor kommen, der ein Zementwerk baut. Es handele sich ja um ein Industriegebiet. Und dann würden die Anwohner ja schon sehen. Zementwerk

Das hört sich gut an im Sinne des forschen Baustadtrates und macht sich sicherlich gut in Bierzelten und auf Volksfesten. Ist aber leider totaler Unfug:

Jedes neue bauliche Vorhaben (auch ein Zementwerk) muss genehmigt werden. Und da ist die planungsrechtliche Zulässigkeit noch die geringste Hürde: Immissionsschutz (Lärm, Staub, andere Umweltbelastungen) hat in 50 Meter Entfernung von zwei großen Wohngebieten absoluten Vorrang. Der Investor würde auf dem Gasomter-Gelände noch nicht einmal einen Schweinestall genehmigt bekommen.

Um diesem peinlichen Populismus zuvor zu kommen, hat der AK Planen unserer BI eine Anfrage Zementwerk getätigt: Herr Krömer sollte einmal Farbe bekennen. Entweder sachlich. Oder gar nicht.

2. Infoabend der BI Gasometer

Unsere BI veranstaltet den zweiten Infoabend zum Thema „Gasometer und Größenwahn“. Diesmal kommen Experten zu Wort und erörtern die Probleme und mögliche Alternativen der Planung. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag in einer Woche (nach dem Fußball-Länderspiel gegen Kroatien), nämlich

Donnerstag, 12.06.2008 ab 20.00 im Rathaus Schöneberg Louise Schröder Saal (Raum 195)

Eine ausführliche Einladung könnt Ihr gern weiter verbreiten. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 😉