Energieuni möchte nach Tempelhof

Wie die Berliner Morgenpost meldet, möchte die Energie-Uni, ein als Privatuniversität angelegtes Projekt für Spitzenkräfte der Energiewirtschaft, nunmehr auf dem Flughafen Tempelhof heimisch werden.

Immer nebulöser werden dagegen die Nutzungspläne der Projektentwickler auf dem Gasag-Gelände.

Während früher noch die Energie-Uni ein fester Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der EUREF war und bei jeder Gelegenheit als eine der wichtigen Nutzungen des Gasometers nach dessen Ausbau zu einem Bürohochhaus dargestellt wurde, wurde bereits im August in diversen Presseveröffentlichungen kolportiert, die Uni könne sich auch einen anderen Standort vorstellen. Etwa zur selben Zeit verschwanden der Berliner Bauunternehmer Klaus Groth und der früher ebenfalls bei der EUREF tätige Herr Ogirenko aus dem Internetauftritt und den Personalien der EUREF.

SPD und CDU beschließen „kurzes Verfahren“

Auf der BVV vom 17.09.2008 ist über den „Vereinigungsantrag“ der CDU und SPD Fraktion mit 39:13 Stimmen positiv abgestimmt worden. CDU und SPD stimmten geschlossen dafür. Grüne und Linke stimmten dagegen. Damit ist das Bezirksamt gehalten, möglichst schnell die Planungsvorstellungen des Projektentwicklers umzusetzen.

Dies stellt nach Auffassung der BI einen durchsichtigen Versuch dar, weitere inhaltliche Veränderungen an der Planung des Projektentwicklers zu unterbinden. Ein inhaltliche Einflussnahme der Politik auf den Planungsprozess findet nicht statt.

Der Projektentwickler hatte in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses vom 10.09.2008 zwei unvollständige und nach eigenem Bekunden „unfertige“ Skizzen vorgelegt, obwohl am selben Tag bereits eine Bauvoranfrage sicherlich mit vollständigen Unterlagen dem Bezirksamt eingereicht wurde. Der Mitarbeiter Christian Kuhlo des Projektentwicklers, der die Skizzen kurz vorstellte, bezeichnete diese dürftigen Skizzen als „Chiffre“.

Beschwerden gegen Leuchtreklame am Gasometer

In zunehmendem Umfang beschweren sich Anwohner des „Nightmare-Screen“ am Gasometer bei der BI über helles Flackern in ihren Wohn- und Schlafzimmern. Die 660 qm große Leuchtreklame am Gasometer flackert nachts so hell, dass vor allem Wohnungen in der Ebersstraße und am südlichen Ende der Cheruskerstraße nachts stark „beleuchtet“ werden. Beschwerden dagegen sind möglich und -weil es sich um Lichtsmog handelt- an das Umweltamt des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg zu richten:

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
Fachbereich Umwelt
– Frau Schuster, Tel. 7560-4481 –
– Herr Kossick, Tel. 7560-6945 –
per Fax 7560-7386
Strelitzer Str. 15
12105 Berlin

Nur zu!

Luftnummer EUREF – Energieforum und Energie-Uni

Projektentwickler haben entweder schon bei Beginn des Bauplanungsverfahrens, also bevor die kommunalen Entscheidungsträger bearbeitet werden, einen Kunden, der die zu schaffenden Flächen mieten, nutzen oder sogar kaufen will. Oder eben nicht.

Die Firmen aus dem Dunstkreis des Projektentwicklers Müller, ob sie da EUREF heißen oder „Denkmal-Plus Berlin GmbH & Co. KG“ haben sicherlich keine Kunden, für die mehr als 100.000 m² Nutzfläche neu entstehen müssten:
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Sitzung des Stadtplanungsausschusses am 10.09.2008

Am 10.09.2008 ab 17.00 Uhr tagt der Stadtplanungsausschuss, zu dem die BI-Gasometer ausdrücklich nicht eingeladen wurde. Die energischen Befürworter des Projekts Baustadtrat Krömer (CDU) und Andreas Baldow (SPD) haben offensichtlich von Seiten des Projektentwicklers Druck bekommen. Das ist kein Wunder, denn die Stiftung Denkmalschutz – Aushängeschild des Projektentwicklers – stand während der Sommerpause nach einer Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Unbekannt im Brennpunkt der öffentlichen Meinung.

Geplant ist daher zur Beschleunigung eine Beschlussempfehlung, die in ihrer Schlichtheit für sich stehen kann:

Die BVV begrüßt die geplante Entwicklung des Gasag - Geländes an der
Torgauer Str. zum Europäischen Energieforum.

Sie fordert das Bezirksamt auf, das Bebauungsplanverfahren zügig
voranzubringen. Grundlage dafür soll die im Stadtplanungsausschuss am
.............. vorgestellte überarbeitete Planungsvariante sein.

Demnach ist das Plangebiet als Kerngebiet auszuweisen, im Rahmen des
weiteren B–Planverfahrens sind folgende Positionen der BVV mit
einzubeziehen:

Es ist planungsrechtlich sicherzustellen, dass auch Wohnungen im
Plangebiet ermöglicht werden können.

Großflächiger Einzelhandel und Vergnügungsstätten sind im Plangebiet
auszuschließen.

Die Höhe der Bebauung im Plangebiet soll in angemessener Höhe zur
Umgebung stehen.

Die bereits seit längerem existierende Planung zum Bau einer Brücke
für den Fahrrad – und Fußgängerverkehr über die Gasag – Nordspitze
in Höhe der Roßbachstr., ist im B–Planverfahren zu berücksichtigen 

Bei der Vorbereitung der Baustellenlogistik für das Europäische
Energieforum ist durch das Bezirksamt auf größtmögliche Umwelt – und
Anwohnerverträglichkeit zu achten.

So einfach ist das in den Augen des Fachausschusses für Stadtplanung von Tempelschöneberg. Es ist von einem neuen städtebaulichen Entwurf die Rede, den die Öffentlichkeit zwar noch nicht kennt, der aber nach Meinung der beiden Protagonisten so überragend (in der Höhe sicherlich) und überzeugend (die Denkmalpflege wird begeistert sein) ist, dass es keiner weiteren inhaltlichen und fachlichen Diskussion bedarf.
Es findet daher keine weitere fachliche Auseinandersetzung statt mit

  1. mehr als 200 fachlichen Einwändungen der Anwohner
  2. schwerwiegendsten Bedenken des Landesdenkmalamts und des Landesdenkmalrates
  3. der Verschandelung des Gasometers, der nach der neuen Planung hoch ausgebaut wird
  4. dem nach meiner Auffassung unseriösen Gebaren des Projektentwicklers, der bisher weder das Grundstück erworben, noch konkrete Nutzungspläne für eine derart übermäßige Auslastung des Grundstücks vorgelegt hat
  5. dem weiterhin fehlenden Umweltgutachten
  6. den in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung vorgelegten Verschattungsstudien (unvollständig und grob falsch),
  7. und der Cheruskerpark wird komplett entwertet.

Das Energieforum gibt es schon längst: Riesig groß, verkehrsgünstig in Stralau auf einem historischen Industriestandort und bestens belegt. Worum es hier nur noch geht, ist ein planungsrechtliches Geschenk an Projektentwickler, die sich besonders eng mit politischen Entscheidungsträgern verbandeln. Was bleiben wird von diesem Projekt ist in jedem Fall der unangenehme Geruch von Schöneberger Filz.

Jubel und Schnittchen für den „Nightmare-Screen“

Zögerlich, schleppend und hässlich verlaufen bisher Testbetrieb und Betrieb der 660 Quadratmeter großen „Urban-Screen“ LED-Werbung am Gasometer. Auf der Insel heißt diese Errungenschaft moderner Großstadt eigentlich nur Nightmare-Screen.

Um dies alles so richtig zu bejubeln, feiert der für seine Bandenwerbung allseits bekannte Projektentwickler Reinhardt Müller

am Mittwoch, dem 03.09.2008 ab 20.00 Uhr vor der Sporthalle Sachsendamm

mit Schnittchen und Pressevertretern und hofft bei dieser Gelegenheit sicherlich auch, noch mehr zahlende Kunden zu gewinnen. In neun Monaten läuft übrigens die Frist des Betreibers der Werbung für den Beginn der Instandsetzungsarbeiten am Gasometer ab.

1. Treffen der BI-Gasometer nach den Ferien

Nachdem die Sommerferien vorüber sind, nimmt die BI-Gasometer die Arbeit wieder auf. Das erste „offizielle“ Aktiventreffen nach den Sommerferien findet (wie immer donnerstags um 20.00 Uhr) am

04.09.2008 um 20.00 Uhr im Café Harmonie (Leuthener Straße/Cheruskerstraße)

statt. Bis dahin!