Veranstaltung „Stadtumbau Südkreuz“

Am Donnerstag, dem 13.11.2008 informiert das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg über den „Stadtumbau SÜDKREUZ“. Alle interessierten Anwohnerinnen und Anwohner, Grundstückseigentümer und Betriebe sind eingeladen. Informiert werden soll unter anderem über die „Schöneberger Schleife“. Das ist in der Sprache der Planer ein

„Nord-Süd-Grünzug entlang der S-Bahnlinie 2 von der Bautzener Straße bis zum Bahnhof Südkreuz und weiter nördlich entlang der Ringbahn durch den Cheruskerpark und den Wannseebahngraben.“

Ich habe mich als Anwohner schon immer gefragt, warum dieser Grünzug gerade am Cheruskerpark durch die auf dem Gasometergelände geplanten Baumassen mit 160.000 m² Geschossflächen und Bauhöhen bis zu 45 57 Meter so rüde unterbrochen werden soll. Vielleicht bekomme ich am

Donnerstag, 13.11.2008 um 19.00 Uhr Rathaus Schöneberg Raum 195

eine Antwort auf diese Frage.

Einladung Infoveranstaltung Stadtumbau zum Download

Stadtrat Krömer lässt Köpfe rollen

Wie am Rande der gut besuchten Veranstaltung vom 22.10.2008 im Rathaus bekannt wurde, hat Bezirksstadtrat Bernd Krömer den in Fachkreisen renommierten Stadtplaner Herrn Siegmund Kroll, bisher Leiter des Stadtplanungsamtes Tempelhof-Schöneberg, von seinen planerischen Aufgaben entbunden und über eine Personalrochade (deren Details mir noch nicht bekannt sind) den weniger renommierten, aber dafür als glühenden Befürworter des EUREF-Projekts bekannt gewordenen SPD-Mann Andreas Baldow mit diesen Aufgaben betraut.

Andreas Baldow saß neben seiner Tätigkeit als Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung u.a. (Themenschwerpunkt unter anderem: Betreuung von Großprojekten) auch dem Ausschuss für Stadtplanung der BVV Tempelschöneberg vor. Wenigstens dieses Amt und das Mandat als Bezirksverordneter wird Herr Baldow jetzt niederlegen müssen, um sich ganz seiner neuen Aufgabe als „Durchdrücker“ von Großprojekten wie dem Gasometer / EUREF Vorhaben widmen zu können. Herr Baldow tat sich zum Vorhaben der EUREF bisher vor allem mit den Statements

  • das kann ich mir vorstellen
  • was den Projektentwickler Müller angeht, habe ich ein gutes Bauchgefühl

hervor, was jedenfalls bisher nicht auf eine intensive Auseinandersetzung mit den öffentlichen Belangen eines derartigen Vorhabens schließen lässt.

Die in anderen Augen unangebrachte Verquickung von beruflichen Ambitionen, beruflicher Tätigkeit und privatem (parteipolitischem-) Engangement hatte Baldow schon zuvor wenig angefochten. Immerhin urteilte und beriet er als Bezirksverordneter häufiger über Projekte, an deren politischem Umfeld er über seine berufliche Tätigkeit im Auftrag des Senats beteiligt war. Was in meinen Augen zumindest Zweifel an der Unbefangenheit und Sachlichkeit eines so umtriebigen Politikers aufkommen lässt. Jedenfalls dürfte die berufliche Zukunft Baldows auf diese Weise wenigstens bis zu den nächsten Bezirkswahlen gesichert sein. Beworben hatte er sich für solche Aufgaben auf seiner privaten Homepage ja bereits zuvor in einer Weise, die jedenfalls ich bei einem Angestellten oder Beamtern im öffentlichen Dienst bisher noch nicht erlebt habe.

Und Bezirksstadtrat Bernd Krömer hat sich mit dieser Aktion in meinen Augen den Ehrentitel „der Rambo von Schöneberg“ verdient.

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Demo gegen halbseidenes Uni-Projekt der EUREF

Das seltsame Projekt der EUREF „wir gründen eine Uni und reden viel drüber“ soll am 05.11.2008 aus dem reinen Versuchsstadium heraus kommen. Bisher bestimmten bekanntlich Gezänk der Protagonisten und fehlende Inhalte diese Aktivitäten.

Die EUREF möchte (nachdem die bisher mit der Gründung einer Privatuni betrauten Fachleute von der Buccerius-Stiftung abgesprungen sind) nun endlich etwas tun und tut daher, was man eben so tut: Eine Veranstaltung mit illustren Gästen, Reden werden gehalten und die EUREF wird wieder einmal behaupten, es sei alles kein Problem mit ihrer „Energie-Uni“.

In unseren Augen ist das eine reine PR-Veranstaltung ohne Inhalte. Die BI-Gasometer lädt daher herzlich ein zu einer DEMO vor dem Rathaus Schöneberg.

Motto: HEISSE LUFT IM GASOMETER

Mittwoch, dem 05.11.2008 ab 17.30 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg

Die Demo ist angemeldet. Wir bereiten einige Transparente vor. Das Vorbereitungstreffen findet am

Montag, der 03.11.2008 um 20.00 Uhr (Café Harmonie)

statt. Wir sehen uns bestimmt. Bis dahin!

Höhen und Tiefen von Stadtplanung

Zuerst und zuletzt geht es immer um Geschossflächen und damit (das Grundstück wird ja nicht größer) um die Höhe der Bebauung auf einem Grundstück wie dem Gasometergelände. Die Grünen haben für ihre Veranstaltung am 22.10.2008 einen (finde ich) sehr guten Flyer gemacht. Und der enthält eine recht aufschlussreiche Grafik:

Höhenentwicklung in der Planung

Höhenentwicklung in der Planung

Besonders bemerkenswert ist die feine rote Linie am unteren Rand. Das ist die Höhe der umliegenden Wohnbebauung. Unsere Aktive Heike hatte das (nicht ganz maßstabsgerecht, aber umso eindrucksvoller) vor längerer Zeit mit einer eigenen Montage auf den Punkt gebracht. Doch die reinen Blockschaubilder sind ebenso eindrucksvoll für mich. Die Landesdenkmalbehörde hatte in ihrer Stellungnahme diese angestrebten Höhen als „Verzwergung“ und „Marginalisierung“ von Baudenkmälern bezeichnet.

Doch den Vogel schießt die SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung ab. Mit dieser Anzeige

Anzeige SPD-Fraktion

Anzeige SPD-Fraktion

will man zu erkennen geben, dass Stadtplanung dort nicht von oben nach unten betrieben wird. Was in meinen Augen eine glatte Lüge ist.

Die Abteilung der SPD (also die inhaltlich interessierten, leider aber nicht an den Entscheidungsprozessen beteiligten SPD Mitglieder) haben mit Vertretern der BI Gasometer in mehreren Sitzungen ergebnisoffen und kritisch die Wünsche des Projektentwicklers diskutiert. Leider fanden diese Diskussionen bisher nur sehr begrenzt Eingang in die Entscheidungsprozesse der BVV-Fraktion. Deren Mitglieder (von denen die meisten in Tempelhof wohnen) zeichneten sich bisher vor allem durch launige und zweckfreie Bemerkungen aus, die man als Anwohner und Bürger nicht so gern hört. Beispielsweise (Berliner Akzent ist nicht authentisch):

  • Wat wolln se denn überhaupt? (Da hatten wir uns leider überhaupt nicht informiert)
  • Iss doch jut, wenn da wat passiert. (Das ist die mit Verlaub dümmstmögliche Variante von Stadtplanung)
  • Also bei diesem Projektentwickler habe ich einfach ein gutes Bauchgefühl. (Das hat aber mit Planung nichts zu tun)

Immerhin will sich die SPD-Fraktion jetzt doch noch einmal inhaltlich mit den planerischen Vorgaben befassen. Wir sind gespannt.

Veranstaltung zur Gasometerplanung

Unter dem etwas gewagten Titel „Rot-Schwarzen Gigantismus beenden!“ lädt die Fraktion der Bündnis 90 / Die Grünen zu einer Diskussions- und Informationsveranstaltung ein. Die Veranstaltung findet am

Mittwoch, dem 22.10.2008

um 19.30 Uhr im Rathaus Schöneberg

statt.

Die Grünen haben hierzu einen Katalog mit „Kernforderungen“ aufgestellt, die sich teilweise, jedoch nicht in allen Punkten mit Positionen unserer BI decken:

  1. Das Gebiet ist als Sondergebiet (Hochschule und Energieforum) auszuweisen. Das verhindert Spekulation und auch, dass später entgegen der vollmundigen Ankündigungen des Projektentwicklers dort später keine Bürowüste oder ähnliches entsteht.
  2. Vorhabenbezogener Bebauungsplan. Das Planungsrecht erlischt, wenn die hochtrabenden Ankündigungen des Projektentwicklers nicht umgesetzt werden. Das ist doch nur fair – oder?
  3. Die Gebäudehöhen müssen sich an der Berliner Traufhöhe orientieren und in die Wohnbebauung einfügen. [Das ist mir ja etwas schwammig.]
  4. Die Geschossfläche soll maximal dem Baunutzungsplan entsprechen. Das sind 109.000 m² gegenüber jetzt 165.000 m² in den Wünschen des Entwicklers.
  5. Die Nordspitze muss im vollen Umfang – das sind 10.400 m² – zur Verfügung stehen.
  6. Ein Wohnanteil von 20 % mindestens.

Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion und Euer Erscheinen!

Urban Screen im Regen

Der Wetterbericht für Freitag, den 17.10.2008 sagt starke Regenfälle voraus. Voraussichtlich zwischen 19.30 und 21.00 Uhr werden Busse der Organisation Mediaarchitecuture die interessierte Öffentlichkeit zu den Orten fahren, wo mit leuchtstarker Außenwerbung zukünftig der Nachtschlaf der Anwohner gestört werden soll.

Die fahl-weiß flimmernde Außenwerbung am Gasometer (weitgehend zweckfrei und auch frei von medialer Kunstfertigkeit) wird von der Terrasse vor der Schwimmhalle Sachsendamm aus betrachtet. Unsere Aktive und Anwohnerin Sabine K. wird in der Ebersstraße seit mehreren Wochen regelmäßig von der sehr leuchtstarken LED-Fläche bestrahlt. Ihr Schlafzimmer ist hell geworden und flimmert. Eine in ihrer ganzen Polemik und Genervtheit authentische Stellungnahme haben wir hier zum Lesen als PDF eingestellt. Ich wünsche den Missionaren der flimmernden Außenwerbung (um nichts anderes handelt es sich) kräftige Regenschauer und dass die Häppchen der Sponsoren schmecken mögen.