Berliner Fernsehen fragt nach

Anfang August gab es einen seltsamen Event auf dem Gasometer-Gelände, nämlich die Einweihung der WM-Kuppel. Dies nahm der RBB zum Anlass, mit einem kurzen, aber sehr anschaulichen Bericht den derzeitigen Stand des Projekts „Energie-Uni“ und „Euref-Institut“ darzustellen. Bei der Journalistin blieben nach den geführten Interviews Zweifel daran, dass hier mehr passiert als „heiße Luft“. Auch die BI kam zu Wort:

Interessant vor allem das Statement des Vertreters der TU-Berlin. Er will keine

… keine Konkurrenz heranzüchten. Sondern wir hoffen auf ein vergnügliches Miteinander..

Kurz darauf berichtete auch TV-Berlin über diese Vorgänge. Woher der Journalist die Information hatte, dass auf dem Gelände „viele teure Wohnungen“ gebaut werden sollen? Von uns nicht!
Pressesprecher Dr. Hofmann von der Euref gab ein eher allgemein gehaltenes Statement ab, während unmittelbar neben seinem Kopf der Rost in dicken Stücken vom Gasometer abblättert. Bezeichnend, wollten doch Müllers Mannen bereits im Mai 2009 mit der Sanierung des Gasometers begonnen haben:

Euref sponsort und Ströer wirbt

Der Rocktreff Mariendorf ist eine weniger bekannte, jährlich wiederkehrende Veranstaltung im Süden Berlins. Und lenkt immer wieder die Aufmerksamkeit der Tempelschöneberger Öffentlichkeit auf sich, wenn etwa (wie jüngst geschehen) die Delegierten einer ausländischen Städtepartnerschaft durch das Bezirksamt zwecks Abendunterhaltung dorthin verfrachtet werden, obwohl die Gäste nach eigenem Bekunden viel lieber etwas „Richtiges“ gesehen und gehört hätten.

Vor allem aber hat dieses Festival seit diesem Jahr zwei neue Sponsoren, nämlich die Firma Ströer und die Euref. Auf eine Anfrage der Grünen zu diesem Thema weicht das Bezirksamt in der Antwort auf kleine Anfrage Brüning: Sponsoring im Bezirk zunächst umfassend in Sponsorenaufzählung und Dankesbekundungen aus, um sodann zwei Sachverhalte klar zu stellen:

  1. Die Firma Ströer hat kein Geld gegeben, sondern für den Rocktreff auf dem „660 qm Nightscreen – buchen Sie jetzt“ Nightmare-Screen Werbung für den Event gemacht.
  2. Die Euref hat eine Spende in der Größenordnung von etwa 1.000 EUR gegeben. Näher wollte sich das Bezirksamt da nicht festlegen.

Was lehrt uns das? Auch eine kostenlose Werbung ist eine Spende und besonders sinnvoll, wenn sonst niemand den Nightmare-Screen buchen möchte. Auch 1.000 EUR sind eine Spende und wir hoffen nur, dass es hier nicht wieder einen Maulkorb für das Bezirksamt im Wege der Sponsorenvereinbarung gegeben hat wie beim Maulkorb für den Bürgermeister.

Was merken wir uns? Die Frist für die zwischen Bezirksstadtrat Krömer und Projektentwickler Müller vereinbarte Instandsetzung des Gasometers ist seit mehr als zwei Monaten abgelaufen. Der Nightmare-Screen flimmert, aber der Gasometer rostet weiter. Fragt sich doch, wer da wen sponsort oder ob es sich hier nicht um Schweigegeld für eine verdienstvolle bezirkliche Kulturveranstaltung handelt.

Bilder vom Gasometer

Es gibt Bilder, die sind einfach schön. Und oft sind Sie von unseren Nachbarn Uli Heyer und Andreas Langer. Unsere Galerie auf www.gasometer-schoeneberg.de musste leider wegen zahlloser Spam-Attacken geschlossen werden. Demnächst mehr an dieser Stelle.

Projektentwickler füllt das Sommerloch mit Schrotthandel und Fußbodenheizung

Müllers Mannen haben das Sommerloch mit einer in meinen Augen ziemlich aberwitzigen Aktion gefüllt: Am Donnerstag, dem 06.08.2009 gab es im Wasserbecken des Gasometers ein „kleines Richtfest“ – überrascht? Ganz sparsam und hausfraulich hat der Projektentwickler die (hoffentlich nicht ganz rostige-) WM-Kuppel der Fußball-WM 2006 in den Gasometer einbauen lassen und will dort nun „Events“ veranstalten. Die Pressemitteilung der EUREF berichtet für die (offenbar halboffene-) Konstruktion von einer Fußbodenheizung.

Es begann mit einer der üblichen Häppchenparties, über die dann in der Presse am folgenden Tag berichtet wurde. Sehr kritisch war die Abendschau. Wir erhielten dort Gelegenheit zu einem kurzen Statement und die Reporterin sagte mir, die geringe Teilnehmerzahl der Pressekonferenz und vor allem die Statements der Vertreter etablierter Universitäten seien ernüchternd gewesen. Nach diesem kleinen Event ist Einiges klarer:

  1. Es wird so schnell keinen Ausbau des Gasomters geben (mindestens zwei Jahre Nutzungsdauer für den WM-Schrott sind angedacht).
  2. Die Energieuni dürfte endgültig gestorben sein. Keine der wissenschaftlichen Institutionen scheint das zu wollen und zunächst einmal sollen „200 Millionen Euro Spendengelder“ eingeworben werden – der in der Abendschau interviewte Vertreter einer Berliner Hochschule sagte denn auch ganz deutlich: „Hochschule können wir selber und brauchen da auch keine Konkurrenz“.
  3. Die Fußbodenheizung der teilweise offenen Kuppelkonstruktion wird derzeit jedenfalls nicht „CO2-neutral“ durch Erdwärme oder ähnliche erneuerbare Energien betrieben, sondern mit fossilen Brennstoffen. Ein schönes Beispiel für Verschwendung fossiler Brennstoffe am angeblich umweltfreundlichsten Bau Europas.
  4. Wie meist bei Müller – viel Lärm um nichts.

Bezirksbürgermeister sieht „keinen Handlungsbedarf“

Hastiger Briefschreiber
Es gibt Briefe, die erledigt man lieber noch schnell vor dem Urlaub.
Dazu gehörte offenbar auch der offene Brief der BI-Gasometer an den Bezirksbürgermeister, mit dem mehr als 200 betroffene Bürgerinnen und Bürger nochmals einen sachlichen und ergebnisoffenen Planungsprozess einforderten. Dies war das Ergebnis einer Unterschriftensammlung, die von einigen Aktiven der BI in wenigen Tagen durchgeführt wurde.

Die Antwort des Bezirksbürgermeisters spricht für sich:

… nach einem intensiven und langen Diskussions- und Abwägungsprozess hat die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg am 15.07.2009 den Bebauungsplan 7-29 für das GASAG-Gelände in Schöneberg mit einem Mehrheitsbeschluss festgesetzt…
Ich sehe daher -bezogen auf Ihre Forderungen – keinen Handlungsbedarf.