RBB berichtet kritisch über Filz am Gasometer

In einem ausführlichen Bericht Dossier-Gasometer berichtete der RBB über die Vorgänge rund um den Gasometer. Ausführlich und mit vielen Statements der Beteiligten recherchiert Reporter Holger Brandenbusch, was rund um die beschleunigte Planung an Widersprüchen und Merkwürdigkeiten auftaucht. Zuvor hatte die rbb-Abendschau am 26.10.2009 berichtet, dass nach der Experten keine ausreichenden Mittel für eine Privatuni vorhanden sind.

Überraschend erklärt  Professor Knie vom WZB, warum es derzeit keine EUREF-Uni  und keinen namhaften Wissenschaftsbetrieb auf dem Gelände geben wird.

Universtäten sind heute ein  sehr schwieriger Markt … da muss man bottom-up herangehen.

Der Beitrag ist leider online nicht mehr verfügbar. Der Mann kennt sich aus und das ist hörenswert!

Veröffentlicht unter Presse

EUREF-Uni gescheitert – Luftnummer des Projektentwicklers offiziell beendet

Wie der Berliner Abendschau zu entnehmen ist,  haben die Verantwortlichen der EUREF Energieuniversität das Projekt einer Universität mit Schwerpunkt Energiethemen nun offiziell für gescheitert erklärt für die nächsten Jahre auf Eis gelegt- ein neuer Tiefpunkt der Bemühungen um seriöse Energieforschung  am Schöneberger Gasometer. Nachdem die Bucerius-Stiftung bereits im Sommer 2008 als Kooperationspartner im Streit gegangen war, haben offenbar auch die  neuen Kooperationspartner aus dem Wissenschaftsbereich keine Wende zu einer ernsthaften und seriösen Energieforschung  am Gasometer bewirken können. Es fehlen nach Aussagen der Interviewpartner des RBB dreistellige Millionenbeträge an verfügbarem Kapital und auch ersthafte, nachprüfbare und seriöse Konzepte.

Reinhard Müller hatte im Verlauf des bisherigen Verfahrens rund um den Gasometer viele Dinge versprochen, die nicht realisiert wurden: 5000 Arbeitsplätze, 500 Millionen EUR Investitionen in neue  Bauten, Beginn der Sanierung des Gasometers bis  2007. Es ist in meinen Augen bezeichnend für die Umsetzungskompetenz dieses Projektentwicklers, dass derartig großspurigen Ankündigungen schon fast regelmäßig keine Taten folgen. Bedauerlich zudem, dass -wie bisher- rund um den Gasometer außer Eigenwerbung und Party des Projektentwicklers wohl auch in Zukunft wenig in Richtung Energieforschung passieren wird.

Weiterhin fordert die BI-Gasometer:

  • ein stadtteilverträgliches Projekt mit Beteiligung der Anwohner
  • städtebauliche verträglichkeit (nicht das 1,5 fache des Sonycenters wie in der bisherigen Planung)
  • kein Kerngebiet im Kiez – Sondergebiet für Energie- und Klimaforschung
  • inhaltliche verträglichkeit des Projekts (keine riesigen Tiefgaragen, sondern modellhafte Anwendung umweltfreundlicher Konzepte
  • ein Modellgebiet Rote Insel für energetische Sanierung von Altbauten

Im Nachgang zu der Berichterstattung des RBB machte Projektentwickler Müller, wie Presseberichten in der Berliner Zeitung und der Berliner Morgenpost zu entnehmen war, neue Versprechungen  auf:  Energie-Institut, Sommeruni – all das haben die Anwohner und die Öffentlichkeit bereits seit 2007 vernommen, ohne dass es hier zu nennenswerten Aktivitäten gekommen wäre.

Der Berliner Kurier berichtete am 01.11.2009 unter Bezugnahme auf „der Zeitung vorliegende Unterlagen“, Projektentwickler Reinhard Müller habe Bürger und Bezirkspolitiker „bewusst getäuscht“. In einer Sitzung vom März 2009 habe er darauf gedrängt

den Entwurf einer Energie-Universität beizubehalten – mit der Bezeichnung „Hochschule“ als Langfristziel. Grund: Die „Gefahr der Unglaubwürdigkeit, wenn das Euref-Institut voreilig zu bescheiden konzipiert wird“.

Nachtrag vom 24.11.09: Nunmehr hat der Berliner Kurier den hier verlinkten Artikel vom Netz genommen, möglicherweise aufgrund einer Gegendarstellung.

Tatort Nordspitze – Bezirksamt versagt und fördert Filz

nordspitze02Ist in diesem Haus ein Mord geschehen? Nein. Das kleine Häuschen stand bis vor Kurzem auf dem mehr als 10.500 m² großen Dreieck nördlich des Schöneberger Gasometers, der so genannten Nordspitze. Und dort gehen seltsame Dinge vor sich.

Im Verlauf umfangreicher Recherchen rund um den Schöneberger Gasometer entdeckten Aktive der Bürgerinitiative Schöneberg seltsame Grundstücksgeschäfte, marktschreierische Falschbehauptungen in der Presse und eine satte Vermögensmehrung des Projektentwicklers – ein klassisches Beispiel für Berliner Filz.

Seit mehr als fünf Jahren wollte die GASAG dieses Gelände an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg verkaufen – für 1 EURO und einen Zuschuss von 750.000 EUR zu den Kosten der Altlastensanierung. Dazu kam es nicht. Statt dessen kamen die Firmen des Berliner Projektentwicklers Reinhard Müller, der im Jahr 2007 den Gasometer erworben hatte. Es blühten Filz und Unprofessionalität des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg mit erstaunlichen Ergebnissen.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg bekam statt der ursprünglichen 10.500 m² Fläche für die Erweiterung des Parks nur 7000 m², die noch dazu nach der aktuellen Planung auf dem angrenzenden Kerngebiet mit Hochhäusern stark verschattet sind. Der Bezirk gab weiter 400.000 EUR für die Altlastensanierung dieser Fläche aus und verschenkte gleichzeitig die restliche Fläche von 3.500 m² im wertvolleren südlichen Bereich des Grundstücks – diese Fläche ging an den Projektentwickler und dessen Firmen.

Die BI-Gasometer schätzt den Wert allein dieser Fläche auf mehr als 3.000.000 EUR (drei Millionen Euro) – ein schönes Geldgeschenk an die Firmen des Projektentwicklers Reinhard Müller.

Wir haben diese und andere Merkwürdigkeiten in einem ausführlichen Ermittlungsbericht zusammen gestellt. Lesen Sie mehr auf unserer Infoseite und freuen Sie sich auf weitere Entdeckungen aus dem Grenzbereich von Inkompetenz, politischer Verblendung und Berliner Filz.

Viel Lärm am Gasometer

Ouvertüre

Es ist Dienstag, der 06.10.2009, kurz vor zehn und eine neblige Nacht. Über dem Gasometer zucken Lichtblitze in den Nebel. Aus dem Wasserbehälter hämmert Discomusik und füllt die Luft mit einem dumpfen Dröhnen, das bis in die etwa 200 Meter entfernte Cheruskerstraße deutlich zu hören ist.

techno-diskoIn die grüne Stahlwanne des Gasometers wurde ein Tor geschnitten. Davor stehen zwei schäbige Partyzelte, die weiß in der feuchten Luft glänzen. Fünfzig Meter weiter steht auf einer Parkbank im Dunkeln ein Mann mit einem Schallpegel-Messgerät. 63 dbA zeigt sein Messgerät an. Das ist rund fünfzig Meter entfernt vom Gasometer vor dem Schlafzimmerfenster eines Mieters ein deftiger Wert. Kurz darauf ertönt noch Rosa-Rauschen aus dem Gasometer – wieder in einer monströsen Lautstärke. Es klingt wie ein Wüstenwind und wir mitten drin. Dann um 22.00 Uhr ist Ruhe.

Ankündigung

Am Abend des selben Tages hatten Helfer des „BERLIN GASOMETER -Team“ (Versalien sind wichtig) eine Ankündigung geklebt, in der von einer „Ausnahmegenehmigung“ die Rede war und um „Verständnis für etwaige Ruhestörungen“ gebeten wurde. Der Veranstalter dieses Events mit der amitionierten Webpräsenz wirbt mit einer wattstarken Beschallungsanlage und bietet

eine kompetente, zuverlässige und freundliche Security- und Hostessenbetreuung.

Tabledance im Gasometer?

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Lärm und Techno bis nachts um zwei Uhr!

Soeben erfahren die Anwohner des Gasometers durch Aushang, dass am Donnerstag, dem 08.10.2009 bis nachts um 02.00 Uhr im Gasometer eine „Eröffnungsveranstaltung“ stattfindet. Veranstalter ist eine Truppe namens „7-20degrees“, deren Webseite von der Anschütz Corporation betreut wird. Auf einer anderen ähnlichen Webseite wird solches Entertainment als „Drum And Bass Experience“ beworben.

Verbunden ist dies mit Lärm und absolut einfallsloser Musik. Angeblich liegt eine Ausnahmegenehmigung vor.

Wir Anwohner fordern die politisch Verantwortlichen auf, derartigen Unfug zu unterbinden. Den Betroffenen ist zu raten, durch Lärmbeschwerden, Demonstrationen aller Art und nötigenfalls auch rechtliche Schritte gegen gezielten Lärmterror an einem Werktag vorzugehen. Nachdem sämtliche Luftblasen des Projektentwicklers wie Sanierung des Gasometers, Energie-Uni und Bauaktivitäten geplatzt sind, ist dies ein durchsichtiger Versuch von Müllers Mannen, mit Ihrer angeblich CO2-neutralen Plexiglaskuppel (praktisch offen mit Fußbodenheizung) akustische „Duftmarken“ zu setzen.

Meinungsaustausch und Verabredung sinnvoller Aktionen im Forum der BI-Gasometer sind eröffnet.

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