Maserati des Treberfürsten geblitzt

Der Chef der Berliner Treberhilfe, Harald Ehlert, ist in Schöneberg kein Unbekannter. Er wurde durch einen längeren Bericht im Tagesspiegel mit der Überschrift „Hol schon mal den Maserati“ auch berlinweit bekannt. Exzentrische Selbstdarstellung ist eine seiner Leidenschaften, dazu dient ihm auch ein Maserati als Dienstwagen, den er auch in der Presse nicht verschweigt. Jetzt kam es laut Berliner Morgenpost zu einem Vorfall: Die Radarfalle in der Müritz schnappte zu und nun wird darüber gestritten, ob das Fahrtenbuch den schnellen „Sozialkapitalisten“ (O-Ton Ehlert) zukünftig begleitet.

Damit hat Ehlert dem Projektentwickler Reinhard Müller am Schöneberger Gasometer nach meiner Einschätzung mehrere Dinge voraus: Für die Angebote der Treberhilfe gibt es eine sehr stabile Nachfrage, was für die noch nicht gebauten Immobilien am Gasometer (wie etwa das an der Südspitze geplante Hotel) derzeit nicht der Fall zu sein scheint. Und Ehlert macht mit seinem Dienstwagen geschickt Imagewerbung. Womit Müller wiederum zurückhaltend ist, obwohl er (wie mir ein Journalist berichtete) jedenfalls früher einen Ferrari genutzt haben soll. Vielleicht ist diese „Dienstwagenfrage“ aber auch Kalkül. Der Immobilienspekulant mit dem Ferrari ist ein Klischee, das man tunlichst nicht auch noch in der Öffentlichkeit bedienen sollte. Wohingegen der „Sozialkapitalist“ mit dem Maserati einfach nur aus der Rolle fällt und dadurch Aufsehen erregen kann.

Bebauungsplan 7-29 Gasometer fehlerhaft

Wie wir aus einer Mitteilung zur Kenntnisnahme der Bauverwaltung erfahren, hat der von Bezirksstadtrat Bernd Krömer (CDU) so sehr beschleunigte Bebauungsplan 7-29 für das ehemalige Gasag-Gelände am Schöneberger Gasometer gravierende fachliche und planerische Fehler. Der B-Plan muss daher nachgebessert und erneut durch die BVV beschlossen werden.

In der Mitteilung des Bezirksamts hierzu heißt es:

B-Plan 7-29 GASAG – Gelände Schöneberg – Ergebnis der Rechtsprüfung durch die Senatsverwaltung
Der Bebauungsplan wurde der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gemäß § 6 Abs. 4 AGBauGB angezeigt. Als Ergebnis des Anzeigeverfahrens (Rechtsprüfung) wurde mit Schreiben vom 17.12. 2009 festgestellt, dass der Bebauungsplan auf Grund von Beanstandungen (fehlende oder fehlerhafte Abwägung einer Forderung eines Trägers öffentlicher Belange, rechtliche Unbestimmtheit einer textlichen Festsetzung sowie fehlerhafte Ausweisung einer Straßenbegrenzungslinie (bzw. Verkennen deren Auswirkungen) sowie fehlende Voraussetzungen (Entlassung aus der Planfeststellung der Bahn) noch nicht festgesetzt werden kann. Der Bebauungsplan ist nach Überarbeitung der beanstandeten Punkte erneut der BVV zur Beschlussfassung vorzulegen.

In weniger juristischer Sprache heißt das:

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