Werkstattgespräche im Praxistest

Eines vorweg: Welche Absicht hinter dem „Werkstattgespräch“ zum Stadtumbau Südkreuz stand, das am 22.4. im Rathaus Schöneberg stattfand, konnte trotz Nachfrage des interessierten Publikums nicht konkret beantwortet werden. Auch auf mehrfache Fragen hin war es nicht möglich, vom Leiter des Planungsamtes Kroll oder Baustadtrat Krömer verbindliche Äußerungen zu erhalten, ob die auf der Veranstaltung vorgetragenen Anregungen, Kritikpunkte etc. in die Planungen des Nord-Süd-Grünzuges und des Flaschenhalsparkes entlang der Bahntrasse einfließen werden. Der Nord-Süd-Grünzug verläuft entlang der Bahntrasse.

Überprüfbarkeit scheint nicht beabsichtigt zu sein. Dafür wurde die Versammlung umso eifriger vom Veranstalter dokumentiert – und zwar im Bild. Die auffällige und aufdringliche Bilderstellung ist vermutlich als Teil der Rechenschaftsberichterstattung zu verstehen, die unter anderem für die EU bereitzustellen ist. Fördermittel im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, dazu zählt der Stadtumbau, setzen ein Konzept für ein Beteiligungsverfahren der Bürger voraus.

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Werkstattgespräch Stadtumbau Südkreuz

Das Bezirksamt Schöneberg mit seinem überwiegend wenig auskunftsfreudigen Stadtrat für Bauen Bernd Krömer (CDU) veranstaltet am 22.04.2010 um 18.00 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Stadtumbau Südkreuz. Das als „Werkstattgespräch“ bezeichnete Treffen findet im Theodor-Heuss Saal des Rathaus Schöneberg statt.

Andreas Baldow wird gesucht

Andreas Baldow ist ein recht häufiger Suchbegriff auf dieser Internetpräsenz. Mit schöner Regelmäßigkeit, zuletzt am 13.4.2010 – 12:39 von einer IP-Adresse der Berliner Verwaltung sucht jemand bei Google nach diesem Namen und findet damit heraus, dass Herr Baldow vermutlich 1981 Abitur machte und an welcher Berliner Schule und auch, dass es nur einen relativ zurückhaltenden Blogartikel aus dem Jahre 2008 gibt, wo dieser Name erwähnt wird.

Herr Baldow (und das ist jetzt die zweite Erwähnung wert) arbeitet bei der Berliner Verwaltung und tätigt eventuell (Interesse an der eigenen Person abseits des Rasierspiegels ist manchmal als Eitelkeit zu beschreiben) solche Abfragen von seinem Arbeitsplatz aus. Aber dies nur am Rande.

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TAZ: Investor kratzt am Denkmal

Unter dieser Überschrift berichtet die TAZ am 24.03.2010 über den lockeren Umgang von „Mr. Bauqualität“ Reinhard Müller, dem Projektentwickler am Gasometer, mit dem Denkmalschutz. Müllers Mannen hatten ohne Genehmigung oder Wissen des Bezirksamts bereits vor längerer Zeit Löcher in die grüne Hülle des denkmalgeschützten Gasometers gesägt. Entdeckt und angezeigt wurde dieser Sachverhalt durch einen Aktiven der BI Gasometer, der aus diesem Grund Ordnungswidrigkeitenanzeige gegen die Verantwortlichen bei Müllers Mannen erstattet hat.

Eines der Löcher am Gasometer

Eines der Löcher am Gasometer

Bekanntlich hatten Müllers Mannen im August 2009 eine ETFE-Membrankuppel mit Fußbodenheizung und ohne Isolierung in die Hülle des Gasometers bauen lassen, um dort Veranstaltungen durchführen zu können. Dabei kam es zu baulichen Veränderungen am grünen Wasserbehälter des Gasometers. Auch die WM-Kuppel war nach Berichten von Teilnehmern solcher Veranstaltungen nicht der große Hit, weil ziemlich kalt.

Auch andere Aktivitäten Müllers lösten Probleme und Zweifel bei Bezirk und Anwohnern aus: Von der Sanierung des Gasometers, zu welcher sich Müller in einem als „Chefsache“ von Bezirksstadtrat Bernd Krömer (CDU) persönlich mit Müller geschlossenen Vertrag verpflichtet hatte, hörte man bereits seit Frühjahr 2009 nichts mehr. Der Leiter des Amtes für Denkmalschutz wird in der TAZ dazu zitiert mit den Worten

Da wurde marginal etwas gemacht, aber wir hatten mehr erwartet.

Fotomontage: Vertrauensbruch am Gasometer

Fotomontage: Vertrauensbruch am Gasometer

Für die ganz Dummen: Die neben diesen Zeilen stehende Fotomontage zeigt kein in diesem Artikel erwähntes- oder ein anderes Loch, sondern illustriert symbolisch einen am Schöneberger Gasometer nicht körperlich vorhandenen Riss/Bruch/Vertrauensbruch zwischen Bezirksamt und Betreiber des Gasometers.

Wer in diesem nach oben offenen Spalt oder auch Riss ein Loch erblicken möchte, sollte sich zuvor über die Bedeutung des Wortes „Loch“ im Gegensatz zu einem „Riss“ oder „Spalt“ informieren. Auch mit geringeren sprachlichen Fertigkeiten ist wohl erkennbar, dass ein Loch allseitig umschlossen ist. Der in dem geschilderten Artikel der TAZ beschriebene- und in der Fotomontage illustrierte Riss in den Beziehungen zwischen Bezirksamt und Projektentwickler ist in keiner Weise identisch mit den hässlichen Löchern, die in den Wasserbehälter des Gasometers gesägt wurden.

Und zuletzt soll es über die Verlängerung des Maulkorbvertrages mit Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD), einem in unseren Augen besonders unappetitlichem Beispiel von Geldvergabe an Politik, zum Zerwürfnis gekommen sein. Der Vertrag wird nun angeblich nicht verlängert, obwohl jedenfalls Vertreter von SPD und CDU zuvor übereinstimmend erklärt hatten, an einer solchen Vertragsgestaltung sei überhaupt nichts auszusetzen.

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