Höchstmögliches Verwertungsinteresse

Torgauer Straße mit Werbung

Torgauer Straße mit Werbung EUREF

Unter dem fantasy-Namen „Euref“ (Europäisches Energieforum“) will sich der Berliner Immobilien-Mann Reinhard Müller in Schöneberg höchstmögliches Baurecht verschaffen. Vor vier Jahren hat er dazu von der GASAG Teile des Gasometer-Geländes gekauft. Das kleine Areal an der Torgauer Straße soll Kerngebiet und mit zehn neuen Hochhäusern zugebaut werden. Sogar der denkmalgeschützte Gasbehälter wird mit einem 57 Meter hohen Innenausbau bedroht.

Das Landesdenkmalamt war dagegen, sah aber von seinen „erheblichen denkmalpflegerischen Bedenken“ ab, um „die Verwertungsinteressen des potenziellen Investors an einer höchstmöglichen Ausnutzung des Grundstückes“ nicht zu gefährden.

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Lack ab, Rost ab?

Der Lack ist größtenteils ab, darunter schaut schon lange der Rost hervor. So kennen wir den Gasometer schon seit ungefähr zwei Jahrzehnten. Soll er dauerhaft erhalten bleiben, muss er gründlich saniert werden. Das sieht jeder, und fast jeder im Bezirk hofft darauf.

Musterabschnitt am 5.5.11

Musterabschnitt am 5.5.11

Ist jetzt etwa aus der Hoffnung Gewissheit geworden? Am 5. Mai war großer Presseauftrieb am Gasometer. Den Medienvertretern wurde verkündet, jetzt gehe es los mit der Sanierung. Anschaulich war ein Musterstück vorbereitet. Stadtrat Krömer hantierte fotogen mit einem Lasergerät, mit dem das Industriedenkmal entrostet werden soll. Die Abendschau des rbb filmte die Szene und meldete, die Sanierung koste 3,8 Millionen Euro und werde vier Jahre dauern.

Über die Vorgeschichte jedoch mochte keiner der Medienvertreter berichten, geschweige denn, dass die Sanierung schon längst überfällig ist. Mal abgesehen von den vollmundigen Versprechungen des Jahres 2007, man wolle noch im selben Jahr die Instandsetzung beginnen: Weiterlesen

Jauch auch

Günther Jauch will ab September 2011 in der so genannten „WM-Kuppel“ im Schöneberger Gasometer eine Talk-Show produzieren. Wie die Berliner Zeitung meldet, soll von Sonnabend bis Montag die Fernsehproduktion diesen temporären Bau füllen, der ansonsten laut Berliner Zeitung für 7.500 EUR täglich vermietet wird.

Ein recht seltsamer Terminplan, da angeblich in Kürze der „offizielle Beginn“ der Instandsetzungsarbeiten am rostenden Führungsgerüst des Gasometers sein soll. Und die dafür mit großer Sicherheit notwendigen Sandstrahl- und Lackierarbeiten während der Arbeitswoche würden mit der Nutzung durch die Fernsehproduktion noch nicht einmal kollidieren.

Eine Anwohnerin und langjährige Aktive unserer Initiative kommentierte das mit den Worten:

Veranstaltungen und solche Produktionen sind ja keine abwegige Nutzung für den alten Gasometer. Wenn der Denkmalkönig doch nur endlich den Gasometer vom Rost befreien und für eine richtige und denkmalgerechte Veranstaltungshalle in dem großen Rondell sorgen würde – mit Schallschutz, ordentlichen Fluchtwegen und ohne rote Türen.

Allerdings hat Herr Müller auch hier ein altes Problem: Mit dem Thema „Energie-Forum“ hat das alles nichts zu tun. Vielleicht Zeit für einen Themenwechsel und ein anderes Nutzungskonzept.

Zeit für einen Themenwechsel am Gasometer also.