Provinzgeschichten: Gelder, Sponsoren und Eitelkeiten

KITS Nr. 39; Quelle: Bezirksamt TS

Unsere Seite über Lokalpolitiker am Gasometer ist fertig: Einflussnahme kann so einfach sein, wenn die Politik keine Distanz zu fremden Geldern hält. Bereits 2009 hatten wir die Grundregeln des Lobbying am Beispiel der Energie-Universität dargestellt. Die Regeln zur Korruptionserkennung und -bekämpfung sind schlicht, die Rezepte für die Einflussnahme auf Provinzpolitiker auch. Regeln für gutes Verhalten gegenüber Interessen Außenstehender scheinen jedoch in Schöneberg nicht zu gelten.

Da kauft der frühere Bezirksbügermeister einen Maulkorb für 630 EUR monatlich. Da tricksen und lügen Stadträte wie Bernd Krömer (CDU) nach Herzenslust, wenn es darum geht, einem Vorhabenträger am Gasometer Vorteile zu verschaffen. Die Jugendstadträtin und Spitzenkandidatin der SPD verstrickt sich in ein undurchsichtiges Geflecht aus nicht abgerechneten Sponsorengeldern, fremdfinanzierter Selbstdarstellung und Gefälligkeiten aller Art. Da werden Posten in der Bezirksverwaltung aufgespalten zwischen Rathaus Friedenau und einer Villa in Tempelhof, während der Stelleninhaber sich mit weitschweifigen Gesellschaftsgeschichten als bezirksamtsgeförderter Gesellschaftskolumnist a la Baby Schimmerlos beschäftigt.

Dies und die persönlichen Wege der Politiker und Akteure in Schöneberg waren uns eine eigene Seite wert. Unter Lokalpolitiker lesen Sie mehr über Geschichten aus der kleinen Provinz Schöneberg.

Lesung: Korrupt!?

Titel: Korrupt?Korrupt?
Lesung und Diskussion Donnerstag, 20.10.2011
um 20.00 Uhr

Spenersaal Leberstraße 7, 10829 Berlin (Erdgeschoss)
Der Eintritt ist frei.

Der investigative Journalist und Autor Mathew D. Rose – bekannt durch mehrere Veröffentlichungen über den Berliner Filz – liest aus seinem jüngst erschienenen Buch unter anderem über „Das erste Private-Energie-Universitäts-Partyzelt der Hauptstadt am Gasometer“

Über den Autor

Mathew D. Rose, geb. 1954 in New York, ist studierter Historiker und arbeitet seit vielen Jahren als investigativer Journalist in Deutschland. Mitte der 1990er Jahre hat er sich durch die Aufdeckung von Korruption und Vetternwirtschaft in Berlin, den „Berliner Filz“, einen Namen gemacht. Weiterlesen

Krömer: Unwahrheit, keine Lüge

Lokalpolitiker lügen nicht. Sie sagen versehentlich die Unwahrheit. So zum Beispiel Bernd Krömer (CDU), damals Baustadtrat zu dem heiklen Thema, ob oder ob nicht der „Investor“ (gemeint ist der Vorhabenträger) am Gasometer überhaupt einen eigenen finanziellen Beitrag zur Altlastensanierung der Nordspitze geleistet hat. Hat er möglicherweise nicht. Man weiß es nicht, weil das Bezirksamt zwar schnell dabei war, eigene Gelder für die Altlastensanierung an den Vorhabenträger zu überweisen, jedoch keine Abrechnungspflicht vereinbarte. Wie wir im „Nordspitzenreport“ ausführlich recherchiert und dargestellt haben.

Bernd Krömer hatte in der BVV vom 16.03.2011 gesagt:

„Die Grünfläche (Nordspitze) wurde teilweise vom Investor bezahlt.“

Das war so nicht richtig, versehentlich gelogen, daher geplaudert. Denn es weiß keiner, weil keine Abrechnungspflicht vereinbart wurde. Auf eine entsprechende Frage in der folgenden BVV vom 13.04.2011 wurde Krömer dazu befragt – und reagierte arrogant ausweichend. Und Weiterlesen

Guten Abend!

ContainerdorfDa musste man sich erst mal die Augen reiben: Kaum zu glauben, was man da sah in der Abendschau am 3. Oktober 2011. War das wirklich das Gasometer-Gelände Schöneberg in seinem jetzigen Zustand?

Der markante Gasbehälter ist natürlich fotogen, und die Kamera setzte ihn immer wieder in Szene – allerdings ohne die zahlreichen Löcher, die roten Türen, die umgebenden Container und die immer weiter um sich greifenden technischen Geräte für Klimatechnik und Gebläse, die offenbar notwendig für das Betreiben eines funktionierenden Fernsehstudios sind.

Dafür gab es reichlich Schaubilder des Projektentwicklers aus der Vogelperspektive, die immer wieder mal kurz eingeblendet und mit der Kamera im Schwenk gezeigt wurden. Ordentlich kommentiert wurden sie nicht. Aber es ging ja ohnehin so schnell, dass der Abendschau-Zuschauer sich genauso wenig einen Eindruck verschaffen konnte wie vom tatsächlichen Zustand des Geländes heute.

Weiterlesen