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Wer?

Die BI Gasometer ist ein Zusammenschluss von Anwohnern und Interessierten, die sich mit den Planungen des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg und einer Investorengruppe auf dem ehemaligen GASAG-Gelände kritisch befassen.

Wir sind über unser Kontaktformular zu erreichen.

Wenn Sie mitmachen wollen, freuen wir uns.

Warum?

Die BI Gasometer verwahrt sich energisch gegen die derzeitigen Planungen des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg, das Gasometer -Gelände in einen Büropark mit Hotel und Tiefgarage wie am Potsdamer Platz zu verwandeln. Nach den derzeitigen Plänen sollen auf dem Gelände Hochhäuser sowie eine direkte Straßenanbindung zum Autobahnkreuz am Sachsendamm entstehen. Der Gasometer soll ausgebaut, d.h. von innen mit einem Gebäude gefüllt werden. Die bisher hierzu vorliegenden Entwürfe und Illustrationen zeigen einen Baukörper im Gasometer, der deutlich über der Höhe der umliegenden Gebäude liegt.

Der Bebauungsplan 7-29 für das Gasometergelände sieht vor, dieses historische Industrie- und Gewerbegebiet in ein ein planungsrechtliches Kerngebiet aufzuwerten.

In einem Kerngebiet sind nach der Baunutzungsverordnung ausschließlich Büro- und Gewerbenutzungen zulässig mit zentraler Bedeutung, wie § 7 Abs. 1 BauNVO regelt:

Kerngebiete dienen vorwiegend der Unterbringung von Handelsbetrieben sowie der zentralen Einrichtungen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Kultur.

Merkmal eines Kerngebiets sind nach unserer Rechtsauffassung neben dieser Belegung mit Einrichtungen von zentraler Bedeutung außerdem, dass

  • eine extreme bauliche Auslastung möglich ist; die Gebäude dürfen viel dichter und höher stehen als sonst
  • Stellflächen und Parkhäuser in beliebiger Menge ausgewiesen werden können und
  • Außenwerbung weniger strengen Beschränkungen unterliegt als zum Beispiel in einem Wohngebiet

Typische Beispiele für Kerngebiete in Berlin sind der Alexanderplatz, der Potsdamer Platz und der Kernbereich der alten City West zwischen Bahnhof Zoo, Wittenbergplatz und Joachimstaler Straße.Modell des Projektentwicklers: Gasometerausbau

Die in der Bürgerinitiative aktiven Anwohnerinnen und Anwohner wenden sich auch gegen einer Verunstaltung des Baudenkmals Gasometer durch Außenwerbung oder Lichtreklame, wie dies seit längerer Zeit bereits an der nach Süden gewandten Seite des Gasometers mit dem so genannten “Nightscreen”, einer großen Lichtwerbungsanlage, zu beobachten ist.

Wesentlicher Gegenstand der aktuellen Planung ist außerdem eine Zufahrt von der Stadtautobahn vom Sachsendamm nach Norden über die Torgauer Straße direkt auf das Gasag-Gelände. Auf dem Gasometer-Gelände sollen nach der zu Beginn des Projekts vorgestellten Planung etwa 1500 Tiefgaragenplätze entstehen. Die in der bisherigen Planung nicht klar definierte Zufahrtsstraße wird wegen der offenbar fehlenden Anbindung an die Schöneberger Insel offenbar eine Privatstraße. Mit einer entsprechenden Zunahme des Fahrzeugverkehrs ist zu rechnen.

Was könnte passieren?

Die gegenwärtigen Planungen des Projektentwicklers sind völlig unverbindlich. Wenn die Änderung des Bebauungsplans erst einmal bestandskräftig wird, ist jede beliebige Nutzung im Rahmen eine Kerngebiets möglich. Das Bezirksamt ist dann verpflichtet, beispielsweise auch ein Einkaufszentrum oder ein Multiplex-Kino zu genehmigen, wenn sich dieses Projekt in den sehr weiten Grenzen einer Nutzung im Kerngebiet bewegt. Nach Auffassung der BI handelt es sich bei den gegenwärtigen Darstellungen des Projektentwicklers, der angeblich ein europäisches Energiezentrum mit Fortbildungseinrichtung auf dem Gelände etablieren will, um eine “Luftnummer”. Schlichter ausgedrückt:

Ist der Bebauungsplan erst einmal beschlossen, dann kann auf dem Gasometer-Gelände alles entstehen, was auch auf dem Potsdamer Platz oder am Tauentzien möglich wäre: Kaufhaus, Bürohochhaus, Hotel.

Die BI Gasometer wendet sich gegen eine derartig unverantwortliche planungsrechtliche Aufwertung des Gasometer-Geländes, zumal weder Verkehrsanbindung noch Grünflächenentwicklung geklärt sind. Die Zerstörung des Gasometers als Industriedenkmal und die starke Verschattung der umliegenden etwa 500 Wohnungen und des vor kurzem erst ausgebauten “Cheruskerparks” sind menschenverachtend und planerisch unverantwortlich.

Anstatt die ungeordnete Planung für die umliegenden Gebiete auch in Angriff zu nehmen, übernimmt der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ungeprüft eine aus unserer Sicht größenwahnsinnige Planung eines Projektentwicklers an diesem einmaligen ehemaligen Industriestandort.

Berlin-Schöneberg, 21.05.2010

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