Bezirksbürgermeisterin als rote Phrasenmaschine

Wahlplakat Angelika Schötter

Wer immer nur auf das Amt schielt und sich für jeden PR-Blödsinn einspannen lässt, endet früher oder später wie unsere Bezirksbürgermeisterin: Im roten Umhang mit leerem Blick die Phrasen von Projektentwicklern nachbeten. Wie in dem Artikel beim RoteInsel-Blog anschaulich nachzulesen und im Bild zu sehen ist. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) ist uns schon früher als Kommunalpolitikerin mit dubiosem Umfeld aufgefallen, die sich offenbar ausschließlich für die eigene Selbstdarstellung interessiert und dafür seltsame Allianzen mit kleinen Faltblättchen eingeht, in denen sie in jeder Ausgabe mehr als einmal in Wort und Bild auftaucht.

Für Berichterstattung über die eigene Person riskiert Frau Schöttler viel mehr, als ihrem Amt gut tut. So bewegend wie ihr Zitat im Artikel des RoteInsel-Blog, nämlich

„Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zeigte sich am Rande des Quartiersfestes begeistert von der Entwicklung, die der EUREF-Campus in den vergangenen Jahren gemacht hat.“

hört sich das an. Wobei wir schon über den Begriff Quartier erstaunt sein dürfen. Denn die Rede ist von eigentlich von einer kleinen Ansammlung von Gewerbebauten neben dem weiter rostenden und als behelfsmäßiges Fernsehstudio missbrauchten Gasometer. Vielleicht sollten die Ausrichter solcher PR-Festivitäten etwas vorsichtiger sein mit Einladungen an Frau Schöttler oder umgekehrt. Der Kuss der Spinnenfrau ist bei ihren selbstbezüglichen Aktionen und PR-Berichten im hauseigenen Faltblättchen KITS nicht weit:

KITS: KrazyTownNoch in der Ausgabe Nr. 39 ihres Faltblättchens1(direkt neben einer Anzeige des erwähnten Betriebes Krazy Town am Tempelhofer Hafen) berichtete das hauseigene Blättchen der Bezirksbürgermeisterin überflüssigerweise noch über einen Besuch von Schöttler in diesem Gewerbebetrieb.

Mit dem wenig variantenreich formulierten Zitat, die (damalige Stadträtin) Schöttler sei

“von zahlreichen Spielangeboten im Krazytown begeistert”

Bereits im Dezember 2011 berichtete der Berliner Kurier in Wort und Bild über diesen Betrieb, dessen Mitarbeiter (mit roten Plastiknasen auf dem Pressebild) auf ihr Gehalt verzichtet hätten, um den insolventen Betrieb „Krazy Town“ am Leben zu halten. War wohl nichts, denn die Räume dieses begeisternden Betriebes standen bald darauf leer. Die Angebote („Schwarzlicht-Minigolf“ und „Segway Polo“) finden seit der Schließung des Betriebes im Frühjahr 2012 dort nicht mehr statt.

Es mag sein, dass sich Frau Schöttler, Tochter des früheren Bezirksbürgermeisters von Schöneberg Alfred Gleitze mit ihrem erfolgreichen Streben nach dem Amt der Tempelhof-Schöneberger Bezirksbürgermeisterin einen persönlichen Traum erfüllt hat. Was sie daraus macht, ist jedoch nur noch als begeisterungsfähig zu beschreiben. Eigentlich auch: Überflüssig.


  1. September 2011 

TU-Campus EUREF – die üblichen Verdächtigen

Nicht so ganz der große Renner war die Informations- und Werbeveranstaltung von EUREF und TU auf dem Gelände am Gasometer am 19.07.2012. In der alten Schmiede tummelten sich vor allem die üblichen Verdächtigen, nämlich Projektentwickler Reinhard Müller und einige seiner ohnehin auf dem Gelände ansässigen Nutzer. Geworben wurde für die Masterstudiengänge der TU, welche zunächst im Sommersemester beginnen sollten, nun aber (ob wegen Bauverzögerungen oder mangels Interesse ist nicht bekannt) für das Wintersemester geplant sind.

Neben einer sehr hohen „Buzzwords-Dichte“ in den Verlautbarungen registrierten Beobachter eher unterdurchschnittliches Publikumsinteresse. Ob hier 10 Weiterlesen

Blankoscheck für den Investor

Der Tagesspiegel berichtet unter dieser Überschrift über den aktuellen Stand der Bemühungen um Wissenschaft auf dem GASAG-Gelände. Sauber recherchiert und unemotional wird dargestellt, warum es an Wissenschaft bisher fehlt.  Und die Vorstellungen unserer BI werden angemessen wiedergegeben:

„Der Bebauungsplan ist ein Blankoscheck für den Investor“, sagt der Stadtplaner Jörn Dargel. Er unterstützt die Bürgerinitiative gegen das Vorhaben. Das Energie-Institut existiere doch nur auf dem Papier, deshalb hätte der Bezirk nach seiner Auffassung das sieben Hektar große Areal besser zum „Sondergebiet“ erklären sollen. Dann müsste der Investor für jeden Neubau erneut eine Genehmigung einholen. So könne die öffentliche Hand die Entwicklung besser steuern – und sich das Risiko Investitionsruinen ersparen, meint Dargel. Stattdessen werde nun mit einem Schlag ein riesiges Areal genehmigt – obwohl in der Nähe am Sachsendamm Büros leer stehen.

Man beachte auch die Darstellung der Stimmungslage von Bezirksstadtrat Krömer

„Es gibt doch kaum noch Widerstände“, sagt Baustadtrat Bernd Krömer (CDU) gut gelaunt.

und die vielen Anführungszeichen, mit denen der Verfasser des Artikels Schönball Halbwahrheiten und Propaganda kenntlich macht.

Überhaupt läuft es inhaltlich und in der Presse derzeit  bescheiden für die Macher des „Energie-Forums“: Auch die renommierte FAZ wusste in einem Artikel  mit dem schönen Titel Viel Gerede um das Energie-Forum am 27.06.2009 zu berichten, dass der Sprecher der EUREF, nämlich RTL-Kommentator Hofmann (so der Tagesspiegel) „unerwartet heftig“ auf Nachfragen nach der Vorgeschichte des Projekts reagiert habe. Was die Autorin der FAZ zu de durchaus treffenden Titelzeile

Gute Idee, schlechte Art

inspirierte. Auch wir hatten im Herbst 2008 über den „Pulverdampf am Gasometer“ berichtet. Seriös ist in meinen Augen anders. Und wissenschaftlich erst recht.

Demo gegen halbseidenes Uni-Projekt der EUREF

Das seltsame Projekt der EUREF „wir gründen eine Uni und reden viel drüber“ soll am 05.11.2008 aus dem reinen Versuchsstadium heraus kommen. Bisher bestimmten bekanntlich Gezänk der Protagonisten und fehlende Inhalte diese Aktivitäten.

Die EUREF möchte (nachdem die bisher mit der Gründung einer Privatuni betrauten Fachleute von der Buccerius-Stiftung abgesprungen sind) nun endlich etwas tun und tut daher, was man eben so tut: Eine Veranstaltung mit illustren Gästen, Reden werden gehalten und die EUREF wird wieder einmal behaupten, es sei alles kein Problem mit ihrer „Energie-Uni“.

In unseren Augen ist das eine reine PR-Veranstaltung ohne Inhalte. Die BI-Gasometer lädt daher herzlich ein zu einer DEMO vor dem Rathaus Schöneberg.

Motto: HEISSE LUFT IM GASOMETER

Mittwoch, dem 05.11.2008 ab 17.30 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg

Die Demo ist angemeldet. Wir bereiten einige Transparente vor. Das Vorbereitungstreffen findet am

Montag, der 03.11.2008 um 20.00 Uhr (Café Harmonie)

statt. Wir sehen uns bestimmt. Bis dahin!

Luftnummer EUREF – Energieforum und Energie-Uni

Projektentwickler haben entweder schon bei Beginn des Bauplanungsverfahrens, also bevor die kommunalen Entscheidungsträger bearbeitet werden, einen Kunden, der die zu schaffenden Flächen mieten, nutzen oder sogar kaufen will. Oder eben nicht.

Die Firmen aus dem Dunstkreis des Projektentwicklers Müller, ob sie da EUREF heißen oder „Denkmal-Plus Berlin GmbH & Co. KG“ haben sicherlich keine Kunden, für die mehr als 100.000 m² Nutzfläche neu entstehen müssten:
Weiterlesen

Wettbewerb „Eurowahn“

Es ist Zeit für große Visionen! Nachdem vor einiger Zeit ein ertragreicher Wettbewerb „Lügen des Projektentwicklers“ zahlreiche Tatsachenverdrehungen und dreiste Lügen des Projektentwicklers vom Frühjahr 2007 zutage förderte, möchte sich www.bi-gasometer.de jetzt erstmals um die städtebauliche Entwicklung auf der Schöneberger Insel verdient machen. Daher die

Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Nachnutzung des GASAG-Geländes an der Torgauer Straße, Berlin-Schöneberg. Das Wettbewerbsgebiet umfasst den Geltungsbereich des Bebauungsplans 7-29.

Insbesondere wird vom Wettbewerbsbeitrag erwartet, dass

Weiterlesen

Von wegen „Landmark“, von wegen massiv!

Der Gasometer 1964 auf einem historischen Pressefoto

Der Projektentwickler Müller und seine Texter erfinden ja gern die Wirklichkeit neu, wie wir spätestens seit dem Preisrätsel der BI Gasometer wissen, wo wir in der inhaltlich richtigen Zusammenfassung einer halbstündigen Präsentation Müllers zum Projekt Gasometer mehr als 10 Tatsachenverdrehungen, dreiste Lügen und Halbwahrheiten fanden.

Eine davon war, der Gasometer werde mehr als 65 Meter hoch „transparent“ ausgebaut. Was ebenso Unfug sein dürfte wie die schlanke Behauptung, der solchermaßen ausgebaute Gasometer würde ein „Landmark“ darstellen. Erstens ist ein mit Beton und Glas ausgebauter Gasometer kein „Landmark“ mehr, sondern ein völlig beliebiges, etwas unförmiges Gebäude. Zweitens zeigt das historische Foto von Bauarbeiten am Autobahnkreuz Sachsendamm, dass der Gasometer im Regelbetrieb von weitem kaum über die Baumwipfel hinaus gefüllt war, also bis zum 3. oder 4. Ring; der dritte Ring markiert etwa die Höhe normaler Berliner Altbauten. Drittens zeigt das Foto sehr deutlich, dass mit Hilfe der vom Projektentwickler entworfenen Hochhäuser am Rande des Geländes (Höhe von 65 – 70 Meter) der Gasometer aus der Ferne überhaupt nicht mehr sichtbar wäre. Von Süden verdeckt nach dem städtebaulichen Entwurf des PE ein Hotelneubau mit ca. 70 Metern Höhe die Sicht. Von Westen schirmt ein über 60 Meter hoher Hochhausriegel a‘ la Sozialpalast die Sicht ab und zu sehen ist vom „Landmark“ dann überhaupt nichts mehr. Das hat unsere Grafikabteilung aus der Cheruskerstraße bereits recht eindrucksvoll dargestellt.

Preisrätsel der BI – Gewinner ist

… Ute hat 10 Fehler und Unrichtigkeiten in den Aussagen des Projektentwicklers Reinhard Müller nicht nur gefunden, sondern auch übersichtlich dargestellt. Das Preisbier nahm sie bei der letzten Aktivensitzung gefasst entgegen – danke, Ute.

Um einmal exemplarisch zu zeigen, wie viele Tatsachenverdrehungen, Unrichtigkeiten und offene Lügen ein Projektentwickler wie Reinhard Müller allein während einer kurzen Pressepräsentation in die Welt setzt, zitieren und kommentieren wir hier (mit Hilfe von Ute und einigen anderen Einsendern) aus dem Text:

Müller hatte das Gelände Ende März erworben (1)

1. Hatte er nicht. Eine Firma, für die Herr Müller beratend oder sonstwie tätig ist hat (wie dies in derartigen Fällen auch branchenüblich ist) eine Kaufoption für Teile des Geländes erworben. Von Kauf spricht man landläufig erst dann, wenn die Übereignung bindend vereinbart ist.

Weiterlesen