LED Leuchtturmprojekt EOL

EOL – End Of Life sagt man bei Glühbirnen, LEDs und Politikern, wenn es vorbei ist mit der Leuchtkraft. Der Nightmare-Screen am Gasometer wurde im Herbst 2008 eingeweiht. Seit dem Jahreswechsel ist die Flimmerreklame außer Betrieb.

20-Feb-2011 21:46, Canon Canon EOS 450D, 5.6, 300.0mm, 1,3 sec, ISO 100
 
Schon zuvor kam es häufiger zu spektakulären Aussetzern wie auf unserer Aufnahme. Jetzt bauen Industriekletterer die aus Baustahlmatten bestehende Konstruktion ab. Und es wird wohl nie wieder flimmern.

Gefährlich: Abbau des LED-Screens

Mit maximalem Tamtam und Häppchenparty am Sachsendamm wurde  im September 2008 der „größte Night-Screen Europas“ offiziell eingeweiht. Da war schon bekannt, wie Weiterlesen

Leuchtturm ohne Leuchtwurm

Gasometer im Gegenlicht

Dunkelheit am Leuchtturm-Projekt. Die Leuchtwerbung am Gasometer leuchtet derzeit nicht mehr. Sie war seit zwei Jahren das sichtbare Zeichen dafür, dass Kommerz an diesem weithin sichtbaren Industriedenkmal stattfindet.

Genützt hat die Reklame dem Gasometer nicht. Seine Instandsetzung durch umfassende Entrostung des Führungsgerüsts lässt weiterhin auf sich warten.

Heute scheint die ca. drei Tonnen schwere Konstruktion einer LED-Wand aus Baustahlmatten wie im gleichnamigen Roman von Joseph Conrad das „Herz der Finsternis“ zu sein oder -um beim beim Bild zu bleiben- „Das Grauen! Das Grauen!“

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Gasometer-Nightscreen erloschen

Der Schöneberger Gasometer verzichtet derzeit auf Lichtreklame – die vom Betreiber als „Nightscreen“ und von Anwohnern spöttisch als „Nightmare-Screen“ bezeichnete Lichtreklame an der zur Stadtautobahn blickenden südlichen Seite des Gasometers ist erloschen.

Bereits seit Wochen fragten sich die Anwohner, ob es nachts den Werbern zu hell geworden sei für ihre krude Mischung aus Eigenwerbung, Pro-Bono Geflimmer und kommerzieller Reklame. Jedenfalls bestätigte gestern unsere Nachbarin Sabine, dass der Nightscreen überhaupt nicht mehr in Betrieb ist. Sie muss es wissen, hatte doch die Lichtreklame zuvor nächtlich für unangenehm wechselnde Helligkeit in ihrem Schlafzimmer gesorgt.

Werbefreie Zone am Gasometer – es darf bezweifelt werden, ob dafür ästhetische Gründe ausschlaggebend waren. Was vor rund zwei Jahren mit breitem medialem TamTam begann, ist im Dunkel versunken. Weniger als zwei Jahre sind seit dem offiziellen Start der Leuchtreklame vergangen.

Nachtrag vom 20.07.2010: Es flimmert wieder!

Viel Lärm am Gasometer

Ouvertüre

Es ist Dienstag, der 06.10.2009, kurz vor zehn und eine neblige Nacht. Über dem Gasometer zucken Lichtblitze in den Nebel. Aus dem Wasserbehälter hämmert Discomusik und füllt die Luft mit einem dumpfen Dröhnen, das bis in die etwa 200 Meter entfernte Cheruskerstraße deutlich zu hören ist.

techno-diskoIn die grüne Stahlwanne des Gasometers wurde ein Tor geschnitten. Davor stehen zwei schäbige Partyzelte, die weiß in der feuchten Luft glänzen. Fünfzig Meter weiter steht auf einer Parkbank im Dunkeln ein Mann mit einem Schallpegel-Messgerät. 63 dbA zeigt sein Messgerät an. Das ist rund fünfzig Meter entfernt vom Gasometer vor dem Schlafzimmerfenster eines Mieters ein deftiger Wert. Kurz darauf ertönt noch Rosa-Rauschen aus dem Gasometer – wieder in einer monströsen Lautstärke. Es klingt wie ein Wüstenwind und wir mitten drin. Dann um 22.00 Uhr ist Ruhe.

Ankündigung

Am Abend des selben Tages hatten Helfer des „BERLIN GASOMETER -Team“ (Versalien sind wichtig) eine Ankündigung geklebt, in der von einer „Ausnahmegenehmigung“ die Rede war und um „Verständnis für etwaige Ruhestörungen“ gebeten wurde. Der Veranstalter dieses Events mit der amitionierten Webpräsenz wirbt mit einer wattstarken Beschallungsanlage und bietet

eine kompetente, zuverlässige und freundliche Security- und Hostessenbetreuung.

Tabledance im Gasometer?

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Euref sponsort und Ströer wirbt

Der Rocktreff Mariendorf ist eine weniger bekannte, jährlich wiederkehrende Veranstaltung im Süden Berlins. Und lenkt immer wieder die Aufmerksamkeit der Tempelschöneberger Öffentlichkeit auf sich, wenn etwa (wie jüngst geschehen) die Delegierten einer ausländischen Städtepartnerschaft durch das Bezirksamt zwecks Abendunterhaltung dorthin verfrachtet werden, obwohl die Gäste nach eigenem Bekunden viel lieber etwas „Richtiges“ gesehen und gehört hätten.

Vor allem aber hat dieses Festival seit diesem Jahr zwei neue Sponsoren, nämlich die Firma Ströer und die Euref. Auf eine Anfrage der Grünen zu diesem Thema weicht das Bezirksamt in der Antwort auf kleine Anfrage Brüning: Sponsoring im Bezirk zunächst umfassend in Sponsorenaufzählung und Dankesbekundungen aus, um sodann zwei Sachverhalte klar zu stellen:

  1. Die Firma Ströer hat kein Geld gegeben, sondern für den Rocktreff auf dem „660 qm Nightscreen – buchen Sie jetzt“ Nightmare-Screen Werbung für den Event gemacht.
  2. Die Euref hat eine Spende in der Größenordnung von etwa 1.000 EUR gegeben. Näher wollte sich das Bezirksamt da nicht festlegen.

Was lehrt uns das? Auch eine kostenlose Werbung ist eine Spende und besonders sinnvoll, wenn sonst niemand den Nightmare-Screen buchen möchte. Auch 1.000 EUR sind eine Spende und wir hoffen nur, dass es hier nicht wieder einen Maulkorb für das Bezirksamt im Wege der Sponsorenvereinbarung gegeben hat wie beim Maulkorb für den Bürgermeister.

Was merken wir uns? Die Frist für die zwischen Bezirksstadtrat Krömer und Projektentwickler Müller vereinbarte Instandsetzung des Gasometers ist seit mehr als zwei Monaten abgelaufen. Der Nightmare-Screen flimmert, aber der Gasometer rostet weiter. Fragt sich doch, wer da wen sponsort oder ob es sich hier nicht um Schweigegeld für eine verdienstvolle bezirkliche Kulturveranstaltung handelt.

Nachgefragt: Lichtwerbungspanne am Gasometer

Vor ziemlich genau sechs Monaten begann der offizielle Betrieb des angeblich größten LED-Screen Europas am Gasometer. Am 07.04.2008 hatten Bezirksstadtrat Bernd Krömer und Projektentwickler Reinhard Müller einen Vertrag geschlossen, der Müller und seinem Werbepartner für fünf Jahre die Nutzung des Schöneberger Gasometers als Reklametafel erlaubt. Seitdem leuchten Bildern und Videolips zweifelhafter Qualität auf die leicht genervten Anwohner der umliegenden Straßen herab:

  • seltsame Landschaftsaufnahmen, Unterwasseraufnahmen
  • alberne kleine Videoclips
  • grafische Animationen
  • Bildschirmschoner aller Art

Nur eines wird nicht oder nur sehr selten gesehen: Bezahlte und kommerzielle Werbung. Scheinbar wird „Europas größter LED-Screen“, den unser Glöckner in der ihm eigenen Schärfe zum Nightmare-Screen umgetauft hatte, zu Europas größtem Finanzdesaster. Aber diesen Rang hat derzeit noch  die HRE inne. Schade nur, dass Projektentwickler Müller bisher -soweit aus 50 Meter Entfernung erkennbar- seiner eigenen vertraglichen Verpflichtung noch nicht nachgekommen ist. Eine Sanierung des Baudenkmals Gasometer fand jedenfalls bis heute noch nicht statt. Hierzu werden Nachfragen erlaubt sein.

Urban Screen im Regen

Der Wetterbericht für Freitag, den 17.10.2008 sagt starke Regenfälle voraus. Voraussichtlich zwischen 19.30 und 21.00 Uhr werden Busse der Organisation Mediaarchitecuture die interessierte Öffentlichkeit zu den Orten fahren, wo mit leuchtstarker Außenwerbung zukünftig der Nachtschlaf der Anwohner gestört werden soll.

Die fahl-weiß flimmernde Außenwerbung am Gasometer (weitgehend zweckfrei und auch frei von medialer Kunstfertigkeit) wird von der Terrasse vor der Schwimmhalle Sachsendamm aus betrachtet. Unsere Aktive und Anwohnerin Sabine K. wird in der Ebersstraße seit mehreren Wochen regelmäßig von der sehr leuchtstarken LED-Fläche bestrahlt. Ihr Schlafzimmer ist hell geworden und flimmert. Eine in ihrer ganzen Polemik und Genervtheit authentische Stellungnahme haben wir hier zum Lesen als PDF eingestellt. Ich wünsche den Missionaren der flimmernden Außenwerbung (um nichts anderes handelt es sich) kräftige Regenschauer und dass die Häppchen der Sponsoren schmecken mögen.