Guten Abend!

ContainerdorfDa musste man sich erst mal die Augen reiben: Kaum zu glauben, was man da sah in der Abendschau am 3. Oktober 2011. War das wirklich das Gasometer-Gelände Schöneberg in seinem jetzigen Zustand?

Der markante Gasbehälter ist natürlich fotogen, und die Kamera setzte ihn immer wieder in Szene – allerdings ohne die zahlreichen Löcher, die roten Türen, die umgebenden Container und die immer weiter um sich greifenden technischen Geräte für Klimatechnik und Gebläse, die offenbar notwendig für das Betreiben eines funktionierenden Fernsehstudios sind.

Dafür gab es reichlich Schaubilder des Projektentwicklers aus der Vogelperspektive, die immer wieder mal kurz eingeblendet und mit der Kamera im Schwenk gezeigt wurden. Ordentlich kommentiert wurden sie nicht. Aber es ging ja ohnehin so schnell, dass der Abendschau-Zuschauer sich genauso wenig einen Eindruck verschaffen konnte wie vom tatsächlichen Zustand des Geländes heute.

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Nordspitze reloaded

Krömer und Schworck, Parkeröffnung Juli 2010

Die Nordspitze hat uns vor allem 2009 beschäftigt, aber wir sind dran geblieben! Deshalb gibt es jetzt eine Zusammenfassung der weiteren Entwicklungen auf unserer Seite „Nordspitze“.

Die Geldverschwendung des Stadtrats Schworck, die Gefälligkeiten des Stadtrats Krömer und die Verleumdung der ehemaligen Stadträtin Ziemer gehören zu den brisanten Details. Unser Bericht ist leider immer noch aktuell!

Nordspitze: Vorm Spielen wird gewarnt

Schlamm im Baufeld 7Auf der Nordspitze, dem nördlichsten Zipfel des ehemaligen Gaswerks Schöneberg, befinden sich (immer noch) giftige Substanzen im Boden. Es handelt sich um Rückstände der Gasproduktion, und beseitigt sind sie bisher nur auf der nördlichen Seite des Zauns im Bereich der neuen Grünanlage des erweiterten Cheruskerparks. Dort hat der Bezirk zusammen mit der GASAG eine große Summe für die komplette Altlastensanierung ausgegeben.1 Doch jetzt wird unmittelbar nebenan in weniger als 10 Metern Entfernung das Erdreich bewegt. Eine Gefahr für die Nutzer der Grünfläche und des Spielplatzes ist derzeit nicht auszuschließen!

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  1. siehe die umfangreiche Dokumentation der BI-Gasometer zur Nordspitze 

High Noon und Plan B

Der Glöckner hat schon alles gesagt: Es kam außer BI-Gasometer, Bezirksamt und vielen Mitarbeitern und Hilfskräften des Bezirksamts kaum jemand zur Eröffnung des Cheruskerparks Nordspitze.

Gähnende Leere, gleißende Sonne und die Anwohner des gegenüber vom Parkeingang liegenden Hauses (ein sehr BI-Aktives-Gebäude) hatten durch ein 10 Meter langes Transparent verdeutlicht, was von der überfallartigen Umgestaltung des „alten“ Cheruskerparks Nord zu halten ist.

Bereits am Eingang sammelten sich mehrere zwielichtige Gestalten mit großen Scheinen, um den Zusammenhang zwischen Geld und Park sinnfällig zu machen.

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Cheruskerpark Nord: Bier, Ballons und Clowns

Sehr kurzfristig hat das Bezirksamt eingeladen zur Eröffnung des Cheruskersparks (Nord) sowie der so genannten „Nordspitze“. Das ist ein schmal zulaufendes Dreieck nördlich des Gasometers, bei dessen Altlastensanierung und gärtnerischer Anlage das Bezirksamt nach unserer Ansicht sinn- und grundlos größere Summen Steuermittel vers(ch)enkt hat.

Am Samstag, dem 03.07.2010 um 14.00 Uhr werden bei vermutlich glühender Hitze Offizielle des Bezirksamts bemühen, der Öffentlichkeit die beiden neu gestalteten Flächen als Errungenschaften der Bezirkspolitiker zu präsentieren. Ob es dabei Bier, Ballons und Clowns zur Belustigung der bei der Planung und Gestaltung völlig überrumpelten Anwohner geben wird, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls kündigt das Bezirksamt an, dass ein Clown die Kinder unterhalten wird. Auch Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) wird anwesend sein.

Anwohnerinnen und Anwohner werden dies begleiten und Informationen zu den seltsamen Verrenkungen des Bezirks rund um Gasometer und „Nordspitze“ anbieten. Zu erkennen sind wir leicht an den interessanten Hüten, die uns vor der Sonne schützen und Ihnen helfen, uns zu finden.
Illustration Flyer NordspitzeWir müssen bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass es sich bei der im Einladungsflyer verwendeten Grafik um eine fotorealistische Montage handelt, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Die Darstellung ist in die Länge gestreckt (die Nordspitze ist in Natura wesentlich kürzer als auf dieser seltsamen Grafik), was in diesem Artikel von uns gut zu sehen ist. Außerdem ist der Gasometer auch nicht so ausgebaut und in Wirklichkeit viel schöner und höher.

Weitere Infos unter Stadtumbau-Berlin.

Transparenz

Park auf der Nordspitze, Blick nach SüdenDie Antwort des Bezirksamts zu den Kosten der Sanierung der Nordspitze des alten Gaswerks Schöneberg und des dort neu angelegten Parks schafft keine Transparenz.

Im Duden wird das Fremdwort eindeutig definiert, es kann einerseits „Durchsichtigkeit“ und „Lichtdurchlässigkeit“ bedeuten und andererseits „Deutlichkeit“ und „Verstehbarkeit“. Was das Bezirksamt derzeit in einer Mitteilung zur Kenntnisnahme (2010-04-27 KA Transparenz) an die BVV beabsichtigt, ist einerseits leicht zu durchschauen, weil durchsichtig, da es andererseits an Deutlichkeit eindeutig mangelt. Das war aber nicht der Sinn der Übung:
Der Antrag der Grünen lautete, die „Finanzierung der GASAG-Nordspitze“ als öffentliche Grünfläche transparent darstellen“.
Statt entsprechend des Antrages mit den tatsächlichen Ausgaben für die Sanierung der besagten Fläche aufzuwarten, werden in der Antwort des Bezirksamts alte Kostenvoranschläge zitiert, die vermutlich zu hoch beziffert waren. Durchsichtigkeit Fehlanzeige.

Bereits im letzten September hat die Bürgerinitiative auf die hoch problematische Verschiebung eines Grundstücks an einen Projektentwickler hingewiesen und die fehlende Abrechnung eben dieses Unternehmers bei der Sanierung der Nordspitze. Weiterlesen

Werkstattgespräche im Praxistest

Eines vorweg: Welche Absicht hinter dem „Werkstattgespräch“ zum Stadtumbau Südkreuz stand, das am 22.4. im Rathaus Schöneberg stattfand, konnte trotz Nachfrage des interessierten Publikums nicht konkret beantwortet werden. Auch auf mehrfache Fragen hin war es nicht möglich, vom Leiter des Planungsamtes Kroll oder Baustadtrat Krömer verbindliche Äußerungen zu erhalten, ob die auf der Veranstaltung vorgetragenen Anregungen, Kritikpunkte etc. in die Planungen des Nord-Süd-Grünzuges und des Flaschenhalsparkes entlang der Bahntrasse einfließen werden. Der Nord-Süd-Grünzug verläuft entlang der Bahntrasse.

Überprüfbarkeit scheint nicht beabsichtigt zu sein. Dafür wurde die Versammlung umso eifriger vom Veranstalter dokumentiert – und zwar im Bild. Die auffällige und aufdringliche Bilderstellung ist vermutlich als Teil der Rechenschaftsberichterstattung zu verstehen, die unter anderem für die EU bereitzustellen ist. Fördermittel im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, dazu zählt der Stadtumbau, setzen ein Konzept für ein Beteiligungsverfahren der Bürger voraus.

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Zitty: 160.000 m³ Leere

Unter diesem Titel erzählt das Stadtmagazin Zitty in seiner 24. Ausgabe die lange Geschichte von Pech, Pleiten und Pannen am Gasometer. Warum der Bezirk für die Investoren Projektentwickler

… nicht nur den roten Teppich ausgerollt, sondern sie, um im Bild zu bleiben, auch noch mit der Sänfte darüber getragen hat.

Und wie an der Nordspitze Geld und wertvolles Land verschenkt wurde.

Was Herr Andreas Baldow (SPD, ehemals Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg) und Herr Christian Kuhlo (ehemals Baldows Chef bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und jetzt Prokurist im Firmenreich des Projektentwicklers) miteinander zu tun haben.

Dass sich Bezirksstadtrat Bernd Krömer (CDU) nicht mehr daran erinnern kann, seine spätere Ehefrau mit der Sachbearbeitung im Denkmalschutz für das Vorhaben Gasometer betraut zu haben.

Dass das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) nicht Partner, sondern Auftragnehmer der EUREF ist (ein kleiner, aber wichtiger Unterschied).

Was Journalist Frederik Bombosch da zusammengetragen hat, ist die bisher wohl umfassendste Darstellung von Hintergründen der kleinen Merkwürdigkeiten rund um den Gasometer in den letzten zwei Jahren. Die ganze Packung jetzt in der Zitty. Viel Spaß beim Lesen.

Tatort Nordspitze – Bezirksamt versagt und fördert Filz

nordspitze02Ist in diesem Haus ein Mord geschehen? Nein. Das kleine Häuschen stand bis vor Kurzem auf dem mehr als 10.500 m² großen Dreieck nördlich des Schöneberger Gasometers, der so genannten Nordspitze. Und dort gehen seltsame Dinge vor sich.

Im Verlauf umfangreicher Recherchen rund um den Schöneberger Gasometer entdeckten Aktive der Bürgerinitiative Schöneberg seltsame Grundstücksgeschäfte, marktschreierische Falschbehauptungen in der Presse und eine satte Vermögensmehrung des Projektentwicklers – ein klassisches Beispiel für Berliner Filz.

Seit mehr als fünf Jahren wollte die GASAG dieses Gelände an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg verkaufen – für 1 EURO und einen Zuschuss von 750.000 EUR zu den Kosten der Altlastensanierung. Dazu kam es nicht. Statt dessen kamen die Firmen des Berliner Projektentwicklers Reinhard Müller, der im Jahr 2007 den Gasometer erworben hatte. Es blühten Filz und Unprofessionalität des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg mit erstaunlichen Ergebnissen.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg bekam statt der ursprünglichen 10.500 m² Fläche für die Erweiterung des Parks nur 7000 m², die noch dazu nach der aktuellen Planung auf dem angrenzenden Kerngebiet mit Hochhäusern stark verschattet sind. Der Bezirk gab weiter 400.000 EUR für die Altlastensanierung dieser Fläche aus und verschenkte gleichzeitig die restliche Fläche von 3.500 m² im wertvolleren südlichen Bereich des Grundstücks – diese Fläche ging an den Projektentwickler und dessen Firmen.

Die BI-Gasometer schätzt den Wert allein dieser Fläche auf mehr als 3.000.000 EUR (drei Millionen Euro) – ein schönes Geldgeschenk an die Firmen des Projektentwicklers Reinhard Müller.

Wir haben diese und andere Merkwürdigkeiten in einem ausführlichen Ermittlungsbericht zusammen gestellt. Lesen Sie mehr auf unserer Infoseite und freuen Sie sich auf weitere Entdeckungen aus dem Grenzbereich von Inkompetenz, politischer Verblendung und Berliner Filz.

Aufregung am nördlichen Cheruskerpark

Auf dem Gelände des Cheruskerparks im Norden an dem (alten-) Spielplatz finden zur Zeit landschaftsgärtnerische Arbeiten statt. Gesträuch und einige kleinere Bäume werden gerodet, um die Anbindung der unter fragwürdigen Umständen durch das Bezirksamt erworbenen Nordspitze an das etwa 2,5 Meter höher liegende Gelände des Cheruskerparks zu ermöglichen. Diese Arbeiten sehen derzeit nicht gut aus:


Die Anwohner sind der Ansicht, dass hier nutzlos Vegetation vernichtet und Grün zerstört wird. Solche „pflegeleichten“ Grünflächen seien zudem hässlich. Zudem hat das Bezirksamt den Anwohnern bei der Vorstellung der Planung falsche Planunterlagen vorgelegt. Verwirklicht wird jetzt eine andere Grünflächenplanung als bei der öffentlichen Vorstellung dokumentiert. Es werden mehr Bäume gefällt und Sträucher gerodet. Zudem wurden die Anwohner weder über den Beginn der Arbeiten, noch über deren Dauer und Umfang informiert.

Übrigens begann das „Rätsel der Nordspitze“ mit einer Falschmeldung der Berliner Morgenpost vom 22.09.2006 vor fast drei Jahren.