Stadtrat Schworck und die Pannen

Cheruskerpark Nordspitze, Juni 2012

Cheruskerpark Nordspitze, Juni 2012

Oliver Schworck (SPD) ist immerhin nach Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler der „zweite Mann“ in der Tempelhof-Schöneberger SPD. Und doch hinterlässt er seit seinem Amtsantritt mit schöner Regelmäßigkeit verbrannte Erde wie in dem nebenstehenden Bild, das den von Schworck verantwortlich geplanten Rasen im Norden des Cheruskerdreiecks im Sommer 2012 zeigt. Zwar haben starke Regenfälle die Schäden durch unterlassene Pflege des Parks behoben – das Gras wächst wieder. Nicht geheilt sind jedoch die Folgen der politischen Pannen Schworcks. Seine Pleiten, Pannen und politischen Problemzonen sind ebenso zahlreich wie folgenschwer für den Bezirk.

Ob es Abholzaktionen sind wie im Cheruskerpark oder Lassenpark, massiv versenkte Steuergelder ohne Abrechnungspflicht wie an der Nordspitze, Stadtbalkon oder Treppe oder Wildwuchs oder egal Irgendetwas am Bautzener Platz. Torgauer Straße sperren oder nicht sperren oder einfach nichts tun. Immer wieder glänzt Schworck zunächst durch Desinteresse oder schlichte Unkenntnis der Faktenlage, danach durch blinden Aktionismus über die Köpfe der Beteiligten hinweg und zuletzt kommt das lange schmerzhafte Rückzugsgefecht bis hin zur völligen Lächerlichkeit. Der 2. Mann ist jetzt etwas mehr als 5 Jahre im Amt, zunächst als Stadtrat für Bürgerdienste, Ordnungsaufgaben, Natur und Umwelt. Seit der Neubildung des Bezirksamts im November 2011 macht Schworck jetzt in Jugend, Ordnung und

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Lesung: Korrupt!?

Titel: Korrupt?Korrupt?
Lesung und Diskussion Donnerstag, 20.10.2011
um 20.00 Uhr

Spenersaal Leberstraße 7, 10829 Berlin (Erdgeschoss)
Der Eintritt ist frei.

Der investigative Journalist und Autor Mathew D. Rose – bekannt durch mehrere Veröffentlichungen über den Berliner Filz – liest aus seinem jüngst erschienenen Buch unter anderem über „Das erste Private-Energie-Universitäts-Partyzelt der Hauptstadt am Gasometer“

Über den Autor

Mathew D. Rose, geb. 1954 in New York, ist studierter Historiker und arbeitet seit vielen Jahren als investigativer Journalist in Deutschland. Mitte der 1990er Jahre hat er sich durch die Aufdeckung von Korruption und Vetternwirtschaft in Berlin, den „Berliner Filz“, einen Namen gemacht. Weiterlesen

Trauer um Christina Dürr

Wie wir gestern erfahren haben, ist in der letzten Woche unser Gründungsmitglied Christina Dürr nach schwerer Krankheit gestorben. Sie war unsere Nachbarin. Sie organisierte Anfang 2008 die erste Veranstaltung zur Gasometerplanung, aus der die BI Gasometer hervor ging. Sie leitete etwa ein Jahr lang mit Geduld, einer großen Papier-Rolle und viel Witz unsere manchmal chaotischen Sitzungen. Sie brachte uns immer wieder auf die Erde zurück, wenn die Fliehkräfte zu groß wurden.

Wir werden immer an Christina denken.

Leuchtturm oder Missverständnis?

Ein gelungenes Beispiel für eine misslungene Home-Story liefert der Tagesspiegel unter dem rätselhaften Titel „Rote Insel: Neben der Tradition“ ab.

Da muss die arme Taxifahrerin als Zeugin dafür herhalten, dass es noch Nachbarschaft auf der Insel gibt (was das wohl mit der DKP zu tun hat).

Der Gasometer wird zum Leuchtturm. Ein Begriff, der durch einige in meinen Augen besonders tumbe Bezirkspolitiker mit ihrem Geschwafel vom „Leuchtturmprojekt“ besonders negativ besetzt und für ein Industriedenkmal wie den Gasometer IV völlig unpassend ist.

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Maserati des Treberfürsten geblitzt

Der Chef der Berliner Treberhilfe, Harald Ehlert, ist in Schöneberg kein Unbekannter. Er wurde durch einen längeren Bericht im Tagesspiegel mit der Überschrift „Hol schon mal den Maserati“ auch berlinweit bekannt. Exzentrische Selbstdarstellung ist eine seiner Leidenschaften, dazu dient ihm auch ein Maserati als Dienstwagen, den er auch in der Presse nicht verschweigt. Jetzt kam es laut Berliner Morgenpost zu einem Vorfall: Die Radarfalle in der Müritz schnappte zu und nun wird darüber gestritten, ob das Fahrtenbuch den schnellen „Sozialkapitalisten“ (O-Ton Ehlert) zukünftig begleitet.

Damit hat Ehlert dem Projektentwickler Reinhard Müller am Schöneberger Gasometer nach meiner Einschätzung mehrere Dinge voraus: Für die Angebote der Treberhilfe gibt es eine sehr stabile Nachfrage, was für die noch nicht gebauten Immobilien am Gasometer (wie etwa das an der Südspitze geplante Hotel) derzeit nicht der Fall zu sein scheint. Und Ehlert macht mit seinem Dienstwagen geschickt Imagewerbung. Womit Müller wiederum zurückhaltend ist, obwohl er (wie mir ein Journalist berichtete) jedenfalls früher einen Ferrari genutzt haben soll. Vielleicht ist diese „Dienstwagenfrage“ aber auch Kalkül. Der Immobilienspekulant mit dem Ferrari ist ein Klischee, das man tunlichst nicht auch noch in der Öffentlichkeit bedienen sollte. Wohingegen der „Sozialkapitalist“ mit dem Maserati einfach nur aus der Rolle fällt und dadurch Aufsehen erregen kann.

Schöneberger Gasometer als „Megaposter“ Werbefläche missbraucht

Ab August 2008 soll auf dem denkmalgeschützten Gasometer Schöneberg ein 660 qm großes „Megaposter“ aus LED-Zellen Werbung in die Umgebung ausstrahlen. Der Betreiber dieser Großflächenwerbung bietet die Fläche zur Nutzung ab Herbst 2008 an.

Hinter dem Projekt steht eine im Bereich der Außenwerbung tätige Werbeagentur Ströer, welche in der Vergangenheit eng mit dem Projektentwickler Reinhard Müller zusammen gearbeitet und zum Beispiel die langwierige Verhüllung des Brandenburger Tors vermarktet hat. In Zusammenarbeit mit einer „Stiftung Lebendige Stadt“ wird als „Türenöffner“ der ehemalige Bausenator Peter Strieder (SPD) eingebunden. Dieser ist seit seinem Rückzug von allen politischen Ämtern „Politikberater“ und präsentiert im Internet Toilettenhäuschen und Großwerbung, um die besondere kulturelle Bedeutung von Außenwerbung für eine moderne Großstadt zu verdeutlichen.

Verlässliche Informationen über die Preise der geplanten Großflächenwerbung liegen der BI-Gasometer nicht vor; die Kalkulation derartiger Großmedien (Branchenjargon „Blow-Up“) erfolgt individuell und erzielt Preise von 10.000 bis 120.000 € für jeweils 28 Tage (Preisangaben nach Präsentation der Firma Ströer). Es kann daher erwartet werden, dass der Projektentwickler und die Werbeagentur allein im Zeitraum von August bis Dezember 2008 etwa 50.000 bis 600.000 EUR aus einer solchen Vermarktung des Gasometers erzielen werden. In der Vergangenheit waren die Vorstöße der Werbewirtschaft Richtung Gasometer regelmäßig nur von kurzer Dauer.

Die von Herrn Müller anlässlich seiner Projektvorstellung versprochene Sanierung des Gasometers ist bis heute nicht erfolgt und dürfte damit ebenso als Lüge oder inhaltliche Verdrehung einzuordnen sein wie etwa 10 – 15 andere Behauptungen des Projektentwicklers zum Projekt anlässlich seiner Projektvorstellung im Mai 2007.