Gasometer-Nightscreen erloschen

Der Schöneberger Gasometer verzichtet derzeit auf Lichtreklame – die vom Betreiber als „Nightscreen“ und von Anwohnern spöttisch als „Nightmare-Screen“ bezeichnete Lichtreklame an der zur Stadtautobahn blickenden südlichen Seite des Gasometers ist erloschen.

Bereits seit Wochen fragten sich die Anwohner, ob es nachts den Werbern zu hell geworden sei für ihre krude Mischung aus Eigenwerbung, Pro-Bono Geflimmer und kommerzieller Reklame. Jedenfalls bestätigte gestern unsere Nachbarin Sabine, dass der Nightscreen überhaupt nicht mehr in Betrieb ist. Sie muss es wissen, hatte doch die Lichtreklame zuvor nächtlich für unangenehm wechselnde Helligkeit in ihrem Schlafzimmer gesorgt.

Werbefreie Zone am Gasometer – es darf bezweifelt werden, ob dafür ästhetische Gründe ausschlaggebend waren. Was vor rund zwei Jahren mit breitem medialem TamTam begann, ist im Dunkel versunken. Weniger als zwei Jahre sind seit dem offiziellen Start der Leuchtreklame vergangen.

Nachtrag vom 20.07.2010: Es flimmert wieder!

Nachgefragt: Lichtwerbungspanne am Gasometer

Vor ziemlich genau sechs Monaten begann der offizielle Betrieb des angeblich größten LED-Screen Europas am Gasometer. Am 07.04.2008 hatten Bezirksstadtrat Bernd Krömer und Projektentwickler Reinhard Müller einen Vertrag geschlossen, der Müller und seinem Werbepartner für fünf Jahre die Nutzung des Schöneberger Gasometers als Reklametafel erlaubt. Seitdem leuchten Bildern und Videolips zweifelhafter Qualität auf die leicht genervten Anwohner der umliegenden Straßen herab:

  • seltsame Landschaftsaufnahmen, Unterwasseraufnahmen
  • alberne kleine Videoclips
  • grafische Animationen
  • Bildschirmschoner aller Art

Nur eines wird nicht oder nur sehr selten gesehen: Bezahlte und kommerzielle Werbung. Scheinbar wird „Europas größter LED-Screen“, den unser Glöckner in der ihm eigenen Schärfe zum Nightmare-Screen umgetauft hatte, zu Europas größtem Finanzdesaster. Aber diesen Rang hat derzeit noch  die HRE inne. Schade nur, dass Projektentwickler Müller bisher -soweit aus 50 Meter Entfernung erkennbar- seiner eigenen vertraglichen Verpflichtung noch nicht nachgekommen ist. Eine Sanierung des Baudenkmals Gasometer fand jedenfalls bis heute noch nicht statt. Hierzu werden Nachfragen erlaubt sein.

Jubel und Schnittchen für den „Nightmare-Screen“

Zögerlich, schleppend und hässlich verlaufen bisher Testbetrieb und Betrieb der 660 Quadratmeter großen „Urban-Screen“ LED-Werbung am Gasometer. Auf der Insel heißt diese Errungenschaft moderner Großstadt eigentlich nur Nightmare-Screen.

Um dies alles so richtig zu bejubeln, feiert der für seine Bandenwerbung allseits bekannte Projektentwickler Reinhardt Müller

am Mittwoch, dem 03.09.2008 ab 20.00 Uhr vor der Sporthalle Sachsendamm

mit Schnittchen und Pressevertretern und hofft bei dieser Gelegenheit sicherlich auch, noch mehr zahlende Kunden zu gewinnen. In neun Monaten läuft übrigens die Frist des Betreibers der Werbung für den Beginn der Instandsetzungsarbeiten am Gasometer ab.

Werbung, Filz und „Nightscreen“

Wenn Autofahrer Richtung Schöneberg künftig von der Straße abkommen und mit 90 km/h gegen die Betonbrüstungen der Abfahrt Sachsendamm prallen, ist vielleicht die Werbung schuld daran. Die heißt jetzt „Nightscreen“, wird von der Firma Ströer vermarktet, sieht nur auf dem Promotion-Video gut aus und wurde ermöglicht durch einen nach meiner Meinung windelweichen Vertrag des Bezirksstadtrates Krömer mit dem Projektentwickler. Dessen Kernpunkte sind:

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